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Tagblatt Online, 01. September 2010 01:01:12

Der Herr der Freizeitanlagen

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Dienstleistungsangebot bei den Freizeitanlagen hochhalten und attraktive Veranstaltungen pflegen: Hanspeter Mazenauer in seinem Büro. (Bild: Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Seit einem halben Jahr kümmert sich Hanspeter Mazenauer als Bereichsleiter Freizeit, Sport, Liegenschaften darum, dass es in städtischen Anlagen rund läuft. Mit Veranstaltungen will er die Stadt gut «verkaufen».

Selbst Parlamentariern ist nicht ganz klar: Was ist Ihre Aufgabe?

Hanspeter Mazenauer: Meine Hauptaufgabe ist die personelle und betriebswirtschaftliche Führung der städtischen Freizeitbetriebe, wie etwa des Schwimmbads. Und ich bin Ansprechpartner für die Betriebe, die der Stadtrat verpachtet hat – wie den Camping. Dann bin ich mitverantwortlich für die Bewilligung und Durchführung von Veranstaltungen, die auf öffentlichem Grund stattfinden, wie das Seenachtfest oder das Open-Air-Kino. Die Anfragen laufen über meinen Tisch.

Wie läuft das praktisch ab, und nach welchen Kriterien werden solche Bewilligungen gesprochen?

Mazenauer: Wenn der Zirkus kommt mit seinen Tournéedaten, dann sammeln wir alle Anfragen und tragen sie zunächst in eine provisorische Liste ein. Im Herbst schnüren wir dann ein Gesamtpaket mit Veranstaltungen des Folgejahres zuhanden des Stadtrates. Er bewilligt alle grossen Anlässe. Für die kleineren unterschreiben der Abteilungsleiter und ich.

Bei der zeitlichen Staffelung ist wichtig, dass es dazwischen auch Phasen gibt, wo die Bevölkerung wieder etwas Ruhe hat und die Anlagen frei zugänglich nutzen kann.

Läuft das unter «Veranstaltungsmanagement»?

Mazenauer: Das kann man so sagen. Wir sind bedacht, dass es wenig Friktionen gibt. Damit Rodolfo's Kinderzirkus und die WM-Lounge aneinander vorbeikamen, mussten wir zum Beispiel die Säulirennen verlegen.

Und weil sich beim Aufbau der Summer-Days-Infrastruktur Sicherheitsfragen stellten, haben wir den Veloweg umgeleitet. Dass nicht immer alles im Sinne der Veranstalter läuft, zeigt das Beispiel Open-Air-Kino. Kurzfristig wollten sie um vier Tage verlängern, was nicht abgesegnet wurde.

Erstmals wurde Werbung gemacht mit dem Arboner Festsommer und mit dieser «Marke» von Mai bis Ende August eine Klammer gemacht.

Mazenauer: Ich finde, Arbon hat ein sehr gutes Veranstaltungsangebot. Es hat für jeden Geschmack etwas, von Kultur bis Sport, mit Tieren, für Familien. Wichtig ist für einen Ort wie Arbon, dass die Saison im Sommer und in der Ferienzeit belebt ist.

Wie läuft da die Koordination ab, und wie werden Gesuche beurteilt?

Mazenauer: Mit grösseren Veranstaltern gibt es regelmässig Koordinationssitzungen. Es gibt ja auch Verkehrs- und Sicherheitsaspekte, die zu prüfen sind.

Es stellen sich Parkierungs- und Signalisationsfragen bis hin zur Reinigung, zu Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie und Beschallung, sprich: Immissionen.

Gibt es ein Checkliste-System?

Mazenauer: Wenn wir von den Bewilligungen ausgehen – deren 90 stellen wir jedes Jahr aus für grössere und kleinere, private und kommerzielle Veranstaltungen –, so sind sie immer ähnlich aufgebaut.

Sie nachzustandardisieren und einfacher auszugestalten, ist ein Ziel – Zukunftsmusik ist ebenso, dereinst gewisse Anlässe etwa im Musikpavillon oder im Schlosspärkli online bearbeiten zu können.

Dann haben Sie zentral den Überblick?

Mazenauer: Der Bereich Freizeit, Sport, Liegenschaften (FSL) arbeitet heute bei der Bewirtschaftung der Veranstaltungen mit einer Excel-Liste. Für den Seeparksaal laufen alle Reservationen direkt über Saalwart Albert Maag.

Ich unterschreibe die Verträge. An einer noch besseren Vernetzung wird ständig gearbeitet.

Sie kommen selber vom Tourismus: Beinhaltet Ihre Funktion bei der Stadt im weiteren Sinn auch Tourismusförderung?

Mazenauer: Nein, nicht in dem Sinne. Klar versuche ich schon, meine ganze Dienstleistungserfahrung einzubringen und die Aussenstellen – Seeparksaal, Schloss, Hafen – zu unterstützen. Die Akquisition läuft aber direkt schon über die einzelnen Teams.

Und dann gehört das auch zu den Aufgaben des Infocenters.

Wie kann sich Arbon noch besser in Position bringen?

Mazenauer: Indem wir künftig vermehrt Angebote im Internet publik machen und fördern. Ich denke da zum Beispiel an «Heiraten im Schloss» oder Veranstaltungen im Seeparksaal. Derzeit läuft in bezug auf das Internet ein Projekt, das bei der Stabsstelle Stadtentwicklung und Kommunikation angesiedelt ist.

Seit Anfang Mai ist der erweiterte Schlosshafen in Betrieb. Wie ist dieser angelaufen, und wie viele Plätze bewirtschaftet die Stadt?

Mazenauer: Insgesamt sind es rund 600 Plätze. Die Hafenverwaltung betreut Rita Fischer, im Hafen selber sieht Hans Schuhwerk zum Rechten. Das Feedback ist sehr positiv. Lob gibt es auch von Gästen. So heben die Deutschen das gute Preis-Leistungs-Verhältnis hervor. Über den neuen technischen Standard werden wir 2011 auch im alten Hafen verfügen.

Das Strandbad gab mit der eingeschränkten personellen Betreuung immer wieder Anlass zu Kritik. Manche wollten wieder einen Vollzeit-Bademeister…

Mazenauer: Das neue Konzept mit einer Gesamtleitung Camping/Strandbad und der Besetzung durch einen Bademeister in der Hauptsaison – Imre Füsi – hat sich gut eingespielt. Wir haben es optimiert. Wir haben ein Team von Frauen rekrutiert, das flexibel an der Kasse eingesetzt werden kann. Ich sass an einem Juli-Samstag selber an der Kasse, um mir ein Bild zu verschaffen.

Die Präsenz hier braucht es, wenn Hochsaison ist. Bei den Einnahmen liegen wir rund 10 Prozent über dem letzten Jahr (53 000 Franken bis Mitte August; 48 000 waren es 2009).

Gibt es noch weiteres Potenzial, betrieblich und punkto Präsenz, noch mehr zu machen?

Mazenauer: Es gibt Überlegungen, die Kassa-Präsenz mit Eintritt bis Ende August zu erstrecken (statt wie bis anhin Mitte August), wenn sommerliches Wetter ist – und damit auch die Aufsicht durch den Bademeister.

Damit können wir die Dienstleistung am Gast verbessern und auch zusätzliche Tageseintritte generieren.

Sehen Sie im Schwimmbad Massnahmen vor?

Mazenauer: Wir wollen die Dienstleistungsbereitschaft hoch halten punkto Angebot, Sicherheit und Kundenfreundlichkeit. In beiden Bädern haben wir wieder eine Umfrage durchgeführt. Wir werden sehen, was sich bei der Auswertung herauskristallisiert.

Als Badegast soll man damit rechnen können, dass die publizierten Öffnungszeiten auch eingehalten werden – was übrigens ebenso für das Strandbadrestaurant gilt. Als Neuerung im Schwimmbad eingeführt haben wir, dass ab 35 Franken EC und Postcard akzeptiert werden. Ebenso akzeptieren wir die Bodensee-Erlebniskarte. Wir bekommen dann die Rückvergütung von der IBT (Internationale Bodensee Tourismus GmbH).

Wie sieht die Statistik bei den Schwimmbadfrequenzen aus?

Mazenauer: Weil der Juni extrem schlecht war, liegen wir – Stand bis 29. August – mit 88 727 Eintritten etwas unter der Vorsaison (nicht eingerechnet sind Schulklassen und Kinder unter 5 Jahren).

Für viele Vereine ist der Seeparksaal unerschwinglich. Selbst die Stadtmusik hält ihre Unterhaltung im Pfarreisaal ab. Gibt es hier kein Entgegenkommen?

Mazenauer: Das muss im Einzelfall geprüft werden.

Wir sind schon gesprächsbereit und versuchen, mit einheimischen Mietinteressenten Lösungen zu finden – das kann eine Pauschale sein. Den Saal zur Verfügung zu stellen zum Beispiel für den «Gruss vom Bodensee» fällt leichter, da man dies als Promotion sehen kann.

Interview: Max Eichenberger





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