Integration mit Spiel und Spass

ARBON ⋅ Das Spielplatzfest an der Brühlstrasse bringt ausländische Familien und Einheimische zusammen. Solche Veranstaltungen sind wichtig für die Integration und den Quartiergeist, sagen die Organisatorinnen.
23. September 2017, 05:19

Zum zweiten Mal fand am Mittwoch bei der neuen Anlage an der äusseren Brühlstrasse das Spielplatzfest statt. 2016 war die Veranstaltung ein solcher Erfolg, dass die Verantwortlichen auch dieses Jahr wieder die Festbänke aufstellten. Vor zwei Jahren wurden Suna Dügünyurdu, Döndü Sahin und Gülbeyaz Kaya von Gabriele Eichenberger, Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit Arbon (KJA), für die Organisation der Premiere angefragt. «Ich fand die Idee sofort sehr schön», sagt Dügünyurdu. Sie habe selbst drei Kinder, die den Waldspielplatz rege nutzen würden. Auch die zwei anderen Mütter waren gleich mit von der Partie. Zusammen mit Eichenberger wurde der Spielnachmittag auch dieses Jahr wieder auf die Beine gestellt und Verpflegung zum Selbstkostenpreis organisiert. Primär sei das Fest für Familien aus dem Quartier gedacht, willkommen seien aber Jung und Alt aus ganz Arbon.

Aktive Nachbarschaft schaffen

«Das Fest ist eine tolle Gelegenheit, um andere Familien kennen zu lernen und das Quartier näher zusammenzuführen», sagt Sahin. Laut Eichenberger sollen sozial wenig integrierte Familien wie auch Migranten so die Chance bekommen, sich mit anderen Familien zu vernetzen und im Falle ausländischer Familien mit der deutschen Sprache vertrauter zu werden. Oft sei es nämlich für viele finanziell schlichtweg nicht möglich, an anderen Veranstaltungen teilzunehmen. Eichenberger hofft, dass so eine gegenseitige Hilfe entsteht. «Die Familien werden sich bewusst, dass sie sich gegenseitig helfen können.» Im Quartier wurden selbstgemachte Flyer verteilt, um auf die Feier aufmerksam zu machen. Spätestens der Geruch der Bratwürste würde die Familien anlocken, sagt Dügünyurdu lachend.

Nach dem Kahlschlag des Spielplatz-Wäldlis 2008 wurde der neu gestaltete Spielplatz rege genutzt. Dies aber nicht zur Freude der ganzen Nachbarschaft. Einige Anwohner hatten sich nämlich am Lärm der Kinder sowie einiger Spielgeräte gestört. Als Reaktion wurde der Spielplatz nach einer Mediation leicht umgestaltet. Im Juni 2010 waren die lauten Spielgeräte ersetzt und der Spielplatz daraufhin zum zweiten Mal «neu» eröffnet.

Der Spielplatz sei beliebt im Quartier, und Dügünyurdu ist zuversichtlich, dass das Fest zu einer Tradition wird. Sie habe Spass an der Organisation, und die Kinder hätten Freude am gemeinsamen Spielen. Vielleicht sei es in Zukunft sogar möglich, das Ganze auszubauen und mit anderen Spielplätzen zusammenzuführen.

 

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.c


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