Ein Einblick in die Egnacher Tierkörpersammelstelle

EGNACH ⋅ Die Gemeinde lud am Samstag zum Tag der offenen Tür ein in den Neubau der Tierkörpersammelstelle in Ladreute. Sie bietet mehr Platz für die Kadaver und ist einfacher im Betrieb.
05. Dezember 2017, 05:19
Trudi Krieg

Trudi Krieg

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Sehr angenehm sei der Anblick nicht, aber der Tod der Tiere gehöre auch zum Leben, sagte Gemeindepräsident Stephan Tobler. Es werde noch im Dezember Probeläufe geben, richtig in Betrieb genommen werde die neue Anlage im Januar 2018. In der zweiten Januarhälfte werde das alte Gebäude abgebrochen.

Tobler begrüsste an Samstag zahlreiche Vertreter der umliegenden Gemeinden, die sich finanziell am Bau beziehungsweise am Betrieb der Tierkörpersammelstelle beteiligen. Konkret sind es Egnach als Standortgemeinde, Arbon, Amriswil, Dozwil, Romanshorn, Salmsach, Roggwil, Steinach, Uttwil, Hefenhofen und Sommeri. Seit Januar sind auch Horn, Tübach und Berg SG dabei, weil die Sammelstelle in Rorschach aufgehoben worden ist.

Die alte Anlage in Ladreute entsprach den technischen, hygienischen und tierseuchenpolizeilichen Vorschriften nicht mehr. Bei der Planung des neuen Gebäudes habe man andere Anlagen angeschaut und nachgefragt, wie sich diese im Betrieb bewähren, sagte Rolf Hofer vom Architekturbüro Goferarchitektur GmbH in Egnach, das die Planung übernahm. Die neue Anlage schneidet in energetischer Hinsicht besser ab als die alte und verspricht in Bezug auf die Reinigung und den Unterhalt Vorteile. Zudem sind Kapazitätsreserven berücksichtigt.

Täglich eine Tonne toter Tiere

Anfang März erfolgte der Spatenstich zu den Bauarbeiten, während denen die alte Anlage weiter in Betrieb war. Die Kadaver werden zweimal wöchentlich von der TMF Extraktionswerk AG in Bazenheid in Speziallastwagen abgeholt. Der grosse neue gepflasterte Platz, auf dem das Festzelt am Samstag stand, sei nötig zum Wenden der Fahrzeuge, welche die toten Tiere abtransportieren, sagte Tobler.

Pro Tag fällt etwa eine Tonne Material an. Die Anlieferungen werden mit einer Kamera festgehalten. In eine «Klappe» können täglich während 24 Stunden Kleintiere wie Katzen, Hunde, Vögel usw. geworfen werden. Der auf drei bis vier Grad gekühlte Aufbewahrungsraum ist mit 16 Containern bestückt und hat eine Kapazität von 20 Einheiten. Im alten Gebäude waren es zwölf. Für das Abladen der schweren Tiere bis 200 Kilo ist ein schwenkbarer Kran eingebaut. Täglich macht ein Mitarbeiter des Werkhofs einen Kontrollgang und erledigt die anfallenden Arbeiten. Für diese Mitarbeiter sind WC und Duschraum eingebaut. Das Wasser wird durch Solarstrom und durch Abwärme vom Kühlvorgang aufgeheizt.

Niemand ausser dem Werkhof-Personal könne die Räume betreten, wo die Kadaver gelagert sind. Solche Sicherheitsmassnahmen seien auch nötig im Hinblick auf mögliche zukünftige Tierkrankheiten.

Architekt Rolf Hofer, der Leiter des Werkhofs Reto Bischof und Bauverwalter Peter Haselbach erklärten bei der Besichtigung Bauweise und Betrieb des neuen Gebäudes und beantworteten Fragen der Besucher.


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