Drehscheibe neu am Bahnhof

ROMANSHORN ⋅ Die Stadt braucht für die Bauverwaltung und die Sozialen Dienste neue Büroräumlichkeiten. Der Stadtrat hat sich für eine Lösung mit zentralen Schaltern ausgesprochen. Die entsprechenden Verträge sollen noch in diesem Jahr unterschrieben werden.
28. September 2017, 07:41
Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Die Romanshorner werden sich umgewöhnen müssen. Bis jetzt war bei Fragen oder Problemen das Gemeindehaus an der Bahnhofstrasse beziehungsweise das Bauamt an der Bankstrasse erste Anlaufstelle für sie. Künftig befinden sich die zentralen Schalter an einem anderen Ort.

Nach dem Nein der Romanshorner vor gut einem Jahr zur zentralen Verwaltung am Bahnhof ist der Stadtrat über die ­Bücher gegangen und hat neue Lösung für das Bauamt und die Sozialen Dienste gesucht. Beide Abteilungen sind extern eingemietet: Die eine beim Wasser- und Elektrizitätswerk, die andere im Postgebäude direkt beim Bahnhof. Beide Verträge laufen wegen Umbauten der jeweiligen Gebäulichkeiten im Frühling 2018 beziehungsweise Ende September 2018 aus.

Absichtserklärung unterzeichnet

Ersatz zu finden sei nicht einfach gewesen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. «Viele Op­tionen für Büroflächen über 400 Quadratmeter gibt es nicht in ­Romanshorn. Zudem sollen sie möglichst zentral und gut erschlossen liegen.» Die Stadt hat jetzt aber geeignete Räumlichkeiten in Aussicht. «Verbindliche Absichtserklärungen für die Mieten sind vorhanden.»

Nun werde das Projekt fertig ausgearbeitet mit dem Ziel, die Verträge noch in diesem Jahr zu unterzeichnen. Wenn sie so weit seien, werde die Bevöl­kerung umfassend informiert, unter anderem auch in Bezug auf die Kosten, schreibt der Stadtrat. Eine Abstimmung werde es keine geben, da es sich bei der Miete von neuen Büros um gebundene Ausgaben handle.

Bei seinen Überlegungen habe er dem unbestrittenen ­Bedürfnis der Bevölkerung nach einer zentralen Anlaufstelle hohe Priorität eingeräumt. Wichtig sei auch gewesen, möglichst wenig Geld in das bestehende Gemeindehaus zu investieren, das einst ein Restaurant war und heute ein Flickwerk ist. «Neu werden alle Schalterdienste der Allgemeinen Verwaltung wie Einwohnerdienste, Bau und Kanzlei als ‹One Stop Shop› in den hinterliegenden Trakt der neuen Überbauung auf dem Bodanareal zusammen­gefasst. Ebenso werden dort Sitzungszimmer für Stadtrat und Kommissionen bereitgestellt», heisst es in der Mitteilung. Damit könnten alle behindertengerechten Ausbauten an einem Ort konzentriert und in dafür geeigneten Liegenschaften realisiert werden. Die Flächen werden im Rohbau gemietet und müssen von der Stadt selbst ausgebaut werden.

Das bestehende Gemeindehaus eigne sich nach wie vor für Büros der rückwärtigen Dienste von Präsidialamt, Kanzlei, Bau- und Finanzverwaltung. So könne der Investitionsbedarf auf ein ­Minimum zur Sicherstellung des Betriebes beschränkt werden.

Soziale Dienste im Konsumhof

Die Sozialen Dienste werden im Konsumhof im Erdgeschoss einquartiert. Damit seien sie nahe von Spitex, Pro Senectute sowie den zentralen Schaltern, von denen auch das Steueramt profitieren könne, das seine Büros bereits im Konsumhof an der Alleestrasse hat.

Die Lehren gezogen hat der Stadtrat aus der Niederlage bei der Abstimmung über die zentrale Verwaltung: Die Mietverträge sollen nur noch über zehn Jahre mit Option auf Verlängerung abgeschlossen werden. Die Stadt wollte sich seinerzeit 40 Jahre an die Post binden, was einer der Gründe für das Nein an der Urne war.


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