Dozwil senkt Steuerfuss erneut

STEUERENTLASTUNG ⋅ Die Dozwiler Stimmbürger genehmigen das Budget 2018 und stimmen mehrheitlich der Senkung des Steuerfusses von 47 auf 44 Prozent zu. Die finanzielle Entwicklung ist beeindruckend.
04. Dezember 2017, 05:18
Ramona Riedener

Ramona Riedener

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch

Die mit 457 Stimmberechtigten zweitkleinste Gemeinde im Thurgau konnte seit 2003 den Steuerfuss mehr als halbieren und gehört nun zu den steuergünstigsten politischen Gemeinden im Kanton. «Das hätten die grössten Pessimisten nicht gedacht! Und das trotz Investitionen in Strassenunterhalt und Kapelle», sagt Gemeindepräsident Bruno Germann nicht ohne Stolz und Freude. Positive Rechnungsabschlüsse seit über einem Jahrzehnt, kein Aufwand für Abschreibungen, eine gute Eigenkapitalbasis und vorhandene Steuerausgleichsreserven sind Gründe, warum der Gemeinderat den Stimmbürgern eine Steuersenkung vorgeschlagen hat. Das Budget fürs kommende Jahr mit einem Mehraufwand von 152500 und geplante Investitionen von rund zwei Millionen Franken könnten ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass die Abstimmung zwar mit einer grossen Mehrheit, aber doch nicht ganz einstimmig ausgefallen ist.

Gemeindepräsident Bruno Germann informierte anschliessend über die geplanten Projekte. Aktiv wurden die Doz­wiler, als es um das Gemeindezentrum und den verwaisten Trakt der Raiffeisenbank ging.

Gemeinde will Gebäudeteil der Raiffeisenbank erwerben

Die Gemeinde, die ein Stockwerkeigentum von 33 Prozent besitzt, plant die Übernahme des Raiffeisenbank-Anteils. An einer Gemeindeversammlung im Juni soll über den Kauf in der Höhe von 1,1 Millionen Franken abgestimmt werden. Während der ­Erwerb auf ein positives Echo stösst, löst der Verwendungszweck des Gebäudes konstruktive Diskussionen aus. Zu einer guten Lösung soll auch eine Umfrage im Dorf beitragen.

Der geplante Ausbau des Friedhofes, wie er vom Gemeinderat favorisiert wird, findet bei der Versammlung einheitliche Zustimmung. Über den Kreditantrag von 400000 Franken wird an einer ausserordentlichen Versammlung abgestimmt. Nicht so sehr die Bushaltestelle mit gedecktem Bushäuschen, sondern der geplante Containerplatz mit Unterflur-Sammelstellen löst kontroverse Meinungen aus. Während die einen dem Zukunftsprojekt von rund 300000 Franken positiv gegenüber stehen, befürchten andere einen Mehraufwand beim Entsorgen des Abfalls. Die Kehrichttouren durchs Dorf sollen dann wegfallen. Eine Frage der Zeit sei es, so die Optimisten unter den Anwesenden, bis sich jeder daran gewöhnt hat, seinen Abfallsack zu Fuss oder mit dem Auto zum Sammelplatz zu bringen.


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