Der Weg ist frei für Hess

ROMANSHORN ⋅ Die Rekurse im Zusammenhang mit der Abstimmung über den Landverkauf an den Amriswiler Investor sind vom Tisch. Die Planung für das Hotelprojekt geht weiter.
28. November 2017, 05:18
Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Sie warfen der Stadt vor, der Bevölkerung Informationen vorenthalten zu haben. Und zwar in Bezug auf die Kosten einer allfälligen Altlastensanierung. Doch die beiden Kritiker liessen sich jetzt eines Besseren belehren. Sie haben ihre Stimmrechtsrekurse zurückgezogen, die sie nach dem Urnengang vom 24. September über den Verkauf eines 3900 Quadratmeter grossen Stückes Land der Hafenpromenade an die Hess Investment AG eingereicht hatten. Die Stadt habe den Beschwerdeführern darlegen können, dass sie nichts verschwiegen habe, heisst es in einer Mitteilung der Stadt. «Das Kostenrisiko liegt vertraglich geregelt weiterhin bei der SBB AG, der das Land vor dem Kauf durch die Stadt Romanshorn gehört hatte.»

Die Hess Investment hat die weitere Planung für das Hotelprojekt ungeachtet des laufenden Verfahrens weitergetrieben. «Wir haben nach dem Abstimmungstag Offerten von mehreren spezialisierten Büros aus der Schweiz eingefordert, welche das kommende Workshop-Verfahren mit dem Einbezug von verschiedenen Interessengruppen koordinieren sollen», sagt Hermann Hess.

Es gehe dabei zunächst um ein auf die betrieblichen und öffentlichen Rahmenbedingungen abgestimmtes Bauprogramm. Danach findet ein Architekturwettbewerb statt. Auf der Basis des Siegerprojektes werde schliesslich ein Gestaltungsplan erarbeitet, der dann wieder einer Volksabstimmung unterliege. Bis zu diesem Zeitpunkt würden sich die Kosten für die Hess Investment gemäss Schätzungen der erwähnten Büros auf mindestens 300000 bis 400000 Franken belaufen, sagt Hess. «Wir rechnen vorläufig mit einer Verfahrensdauer von ein bis zwei Jahren.»

Dass das Beratungsbüro ­Wüest Partner AG aktuell eher davon abrät, im Oberthurgau ein Hotel zu bauen (siehe Kasten), möchte Hess nicht kommentieren. «Zumal wir bereits früher selber eine Analyse in Auftrag gegeben hatten. Die Fachleute attestieren derzeit dem Schweizer Tourismus nach einer währungs- und strukturbedingten Problemphase wieder eine bessere Konkurrenzfähigkeit und bessere Aussichten.»

Nach wie vor seien sie überzeugt von den Erfolgsaussichten eines Business- und Ferienhotels am Hafen Romanshorn, sofern es die richtige Zimmerzahl, die richtige Marktpositionierung und einen attraktiven Saal mit Seminarkapazität aufweise. «Diese Überzeugung könnte sich wieder relativieren, falls die Betreiberfirmen, mit welchen wir verhandeln, zu einer pessimistischeren Marktbeurteilung kommen sollten.»


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