«Der Fall ist sistiert worden»

ROMANSHORN ⋅ Einspracheverfahren um Spielplatz Robins-Horn: Die Bodensee-Schifffahrt hat einen Stopp verlangt zum Zweck konstruktiver Gespräche. Doch daraus ist nichts geworden.
23. November 2017, 18:25
Tanja von Arx
Es ächzt im Gebälk. Auf jeden Fall kommen die Gegner und Befürworter des Spielplatzes Robins-Horn, den die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS) auf der Bunkerwiese bauen möchte, vorläufig auf keinen gemeinsamen Nenner. Im Nachgang an den Augenschein mit der kantonalen Stelle, welche die Einsprachen behandelt (unsere Zeitung berichtete), heisst es über das Verfahren Folgendes: «Der Fall ist sistiert worden.» Marco Sacchetti, Generalsekretär des Departements für Bau und Umwelt (DBU), sagt gestern ferner: «Die Parteien führen zur Zeit Vergleichsgespräche.»

«Es ist nicht an uns, Vorschläge zu machen»


Auf die Frage, unter welchen Bedingungen man mit der SBS übereinkommen könne, sagt Silvan Mumenthaler stellvertretend für die «IG Bunkerwiese für alli»: «Wir warten auf ein Angebot.» Es sei nicht an ihnen, jetzt Vorschläge zu machen. Denn die SBS habe anbegehrt, «die Sache erst mal auf Eis zu legen». Die IG hatte nicht nur eine Sammeleinsprache eingereicht, sondern auch 1000 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

Auch der Thurgauer Heimatschutz ist von den Plänen nicht sonderlich begeistert. Geschäftsleiter Gianni Christen sagt gegenüber unserer Zeitung: «Es besteht keine Notwendigkeit, unsere Einsprache zurückzuziehen, sofern seitens der SBS keine bahnbrechenden Änderungsvorschläge eingehen.» Baulich könnte man sich seiner Einschätzung nach schon einigen. «Man spürt: Die SBS ist gewillt, uns entgegenzukommen.» Aus Sicht des Heimatschutzes liege die Problematik aber in der Konzessionsänderung, die für den Bau des Spielplatzes nötig wäre. «Die Bunkerwiese soll öffentlich bleiben. Sie soll nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.» Diesen Wunsch hätte der Verband auch aus der Bevölkerung stark wahrgenommen.

Hess: «Wir konnten uns nicht einigen»


Aus Perspektive der SBS ist die Sache schon gegessen. Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident Hermann Hess sagt: «Wir konnten uns mit den Bedenkenträgern nicht einigen.» Wobei er deren Argumente nicht ganz nachvollziehen könne. Erstens sei die Konzession, über welche die SBS verfüge, auch beim Bau der Hafenplattform zum Tragen gekommen. Und dieses Projekt hiessen heute viele mehr als gut. Zweitens könnte man mit dem Abenteuerspielplatz ein langjähriges Kundenbedürfnis erfüllen. Denn nicht nur Kinder – für die es in Romanshorn vergleichsweise wenige attraktive Spielgelegenheiten gäbe – kämen auf ihre Kosten. Auch für Erwachsene hielte der Spielplatz etwas bereit, denn dieser würde in zwei Bereiche unterteilt. Und drittens gehe es sich mit Blick auf die Kosten nicht aus: Wolle man etwa mit dem Boot einen Ausflug machen, für das man Unterhalt und Miete zahle, komme einen das einiges teurer zu stehen. Der Eintritt für ein Kind koste denn lediglich neun Franken. Somit liegt der Ball nun beim DBU. Die kantonale Stelle wird auf rechtlicher Basis über die Situation entscheiden müssen.

Gegen Lärm und Verkehr


Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG plant auf der Bunkerwiese ein Labyrinth, einen Campingplatz und eine Seilbahn zwischen Aussichtstürmen. Der kostenpflichtige Robins-Horn soll zwischen März und Oktober geöffnet sein, an sonnigen Tagen werden 400 Besucher erwartet. Die Realisierung beläuft sich auf 2,8 Millionen Franken. Kritiker sagen: «Ausser Lärm und Verkehr haben wir von dem Projekt nichts.» Man wolle auf der Seezunge fischen, grillieren und Gassi gehen. Das Areal sei ein Naherholungsgebiet, das dem Bedürfnis der Bevölkerung entspreche.

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