Dem Traum ein Stück näher

FREIDORF ⋅ Eigentlich wollten Peter und Renate Hürlimann ihr Oldtimer-Museum 2017 eröffnen. Zwischenfälle verzögerten das Vorhaben. Jetzt hat das Ehepaar die Baubewilligung erhalten.
19. Dezember 2017, 07:09
Perrine Woodtli

Perrine Woodtli

arbon

@thurgauerzeitung.ch

Peter und Renate Hürlimann können durchatmen. Das Ehepaar aus Freidorf hat die Baubewilligung für ihr Oldtimer-Museum erhalten. «Wir sind froh, dass es endlich weitergeht», sagt Peter Hürlimann. Der ehemalige Arboner und Saurer-Mechaniker und seine Frau organisieren die Oldtimer-Messe auf dem Olma-Areal sowie das Oldtimertreffen in Vaduz. Das Ehepaar hatte vor einem Jahr angekündigt, dass es ein Oldtimer-Museum in Lömmenschwil, gleich hinter dem Bahnhof Häggenschwil-Winden, eröffnen will. Ziel war es, dass das Museum in diesem Jahr gebaut und eröffnet werden soll. Verzögerungen beim Baugesuch sowie weitere Komplikationen machten Peter und Renate Hürlimann aber einen Strich durch die Rechnung.

Unvorhersehbare Probleme

Zuerst fiel der Architekt krankheitshalber aus, dann hatte Peter Hürlimann selbst gesundheitliche Probleme. «Das alles konnten wir ja nicht voraussehen. Die Situation hat uns zurückgeworfen», sagt Hürlimann. Vor drei Wochen haben sie nun die Baubewilligung erhalten. «Dieses Jahr mussten wir viel warten. Jetzt können wir vorwärts machen.» Der Baumeister sei daran, die ersten Arbeiten zu erledigen. Unter anderem werden die Leitungen verlegt. Danach soll baldmöglichst der Betonbau realisiert werden. «Das hängt jedoch von den Temperaturen ab», sagt Hürlimann. «Bei gefrorenem Boden können die Bauarbeiten nicht fortgeführt werden.» Hetzen wollen sie aber nicht.

Mit dem Oldtimer-Museum erfüllen sich Peter und Renate Hürlimann einen Wunschtraum. Jahrelang hatten sie nach einem geeigneten Grundstück gesucht, 2016 sind die Oldtimer-Spezialisten in Lömmenschwil fündig geworden. Die Bewohner hätten durchs Band positiv auf das Museum reagiert, sagt Hürlimann. Auch Häggenschwils Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring hat nichts einzuwenden. Im Gegenteil: «Themenmuseen sind sehr gefragt. Ein Museum lockt zudem Gäste an und beeinflusst den Ruf unserer Gemeinde positiv», sagt Eisenring. «Wir freuen uns dementsprechend darüber und unterstützen das Vorhaben.» Geplant ist eine 800 Quadratmeter grosse Stahlhalle. Im unteren Teil des Gebäudes entstehen vier Werkstätten, die vermietet werden. Im oberen Bau befindet sich das Museum. Rennwagen, Oldtimerfahrzeuge, Rennboote, Modellautos sowie Modelleisenbahnen werden ausgestellt. «Wir haben schon interessante Angebote von Leuten erhalten, die ihr Fahrzeug bei uns ausstellen wollen.» Ergänzt werden soll das Museum mit Sonderausstellungen.

Dem Ehepaar ist es wichtig, dass das Museum laufend Neues zeigt. «Wenn ein Besucher nach einem Jahr wieder kommt und dieselben Autos am selben Platz stehen, kommt er nicht wieder», sagt Hürlimann. Und: «Wir wollen nicht bloss die Fahrzeuge zeigen, sondern auch deren Geschichten.»

Eine Reise nach Paris im Jahr 1975

Eine Geschichte hat Hürlimann bereits. Im Frühling erkannte ein anderer Oldtimer-Fan sein Auto. «Das Auto gehörte einmal dem Künstler Bruno Spoerlé aus Amriswil. Gemeinsam mit drei Kollegen hatte er das Auto mit Jahrgang 1922 restauriert, bevor sie damit nach Paris gefahren sind. Das war 1975», sagt Hürlimann. Die Fahrer hatten die Reise damals gefilmt. Diesen Film will Hürlimann zusammen mit dem Auto im Museum zu zeigen. «Solche Geschichten machen es aus.»

Hürlimann hofft, dass das Museum 2018 eröffnet werden kann. «Sofern es keine Zwischenfälle gibt. Wir hoffen, dass jetzt alles reibungslos funktioniert.» Dass Peter und Renate Hürlimann vorwärts machen wollen, hat auch einen pragmatischen Grund. Ihre Fahrzeuge stehen in der Garage und auf Mietplätzen, die Modellautos in der Wohnung: «Unsere Sammlung wächst. Wir brauchen mehr Platz.»


Anzeige: