Besuchstag mit vielen Extras

ROMANSHORN ⋅ Am Samstag lud die Kantonsschule zum Bildungstag ein. Interessierte konnten den Schülern über die Schultern schauen, mit ihnen ins Gespräch kommen oder erste Akkorde auf der Ukulele lernen.
27. November 2017, 07:33
Markus Bösch

Markus Bösch

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Für die einen war es wie immer: Die Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen hatten zwei Schulstunden zu absolvieren, deren Eltern erlebten Unterricht eins zu eins und erhielten wichtige Informationen über die Ziele und Ausrichtungen an der gymnasialen und Fachmaturaschule. Daneben war die Sporthalle zum ersten Mal zu einem Bildungsbasar umfunktioniert worden: «Damit wollen wir Bildung in unterschiedlichen ­Facetten ins Zentrum stellen. ­Eltern und Interessierte werden eingeladen, sich inspirieren und informieren zu lassen», sagte Rektor Stefan Schneider in seiner Begrüssungsrede.

Während dreieinhalb Stunden oblag es den Drittklässlern, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen: Beim World-Café wurde beispielsweise der Frage nachgegangen, was Wahrheit ist oder was es mit dem rhetorischen Quartett innerhalb von Argumentationen auf sich hat. Ehemalige und aktuelle Schüler erzählten an einem anderen Stand von ihren persönlichen Erfahrungen mit der «matura talenta», der Begabtenförderung. Mittendrin konnte man sich von kundiger Schülerhand porträtieren lassen, in zehn Minuten Jonglieren oder erste Jazzakkorde auf der Ukulele erlernen.

Mit dem Impulsreferat «Was passiert im Hirn beim Lernen?» umriss der Neurobiologe und Privatschulleiter Thomas Bornhauser ein grosses Thema: «Wenn die Information wahrgenommen und im Hirn angekommen ist, wird sie dann abgespeichert, wenn sie mit Interesse, Gefühl und Sinn ummantelt wird. Aus Studien weiss man, dass dieses Lernen umso besser funktioniert, wenn der Lernende vor sich ein Vorbild hat, wenn er verschiedene Sinneseindrücke mit dem Lerngegenstand kombinieren kann und wenn er mit Leidenschaft dran ist.» Mit Filmausschnitten verwies er auf selbst-entdeckendes und autodidaktisches Lernen.

Schwieriger Spagat zwischen Beruf und Familie

Drei Frauen wurden dann von Schülern zu ihren Herausforderungen in Beruf und Familie befragt: Für Petra Keel, Kathrin Bressan und Nina Schläfli war es klar, dass sie neben der Familie und Partnerschaft als Stadträtin, Schulpräsidentin und Parteipräsidentin tätig sein wollten: «Es bleibt ein Spagat, und es braucht die Unterstützung des Umfelds. Und dazu gehören auch Tagesstrukturen der Schulen für jene, die dies für ihr Familiensystem brauchen», sagte Keel. Für Bressan ist wichtig, dass sich Frauen in Führungspositionen vernetzen und dass sie Berufsausübung und Familienarbeit gern machen. Für Schläfli gehören Selbstdisziplin und eine dicke Haut zu ihrem politischen Engagement. Und alle drei denken, dass Frauen sich noch immer mehr beweisen müssen in ihren Führungspositionen.


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