Arrivederci «Little Italy»!

ARBON ⋅ Beizensterben im Städtli: Nun schliesst auch das Restaurant Little Italy. Konkurrenz zwang die Wirtin zu dem Schritt. Die Suche nach neuen Mietern gestaltet sich schwierig.
30. September 2017, 05:19
Maria Keller

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch

«Little Italy» verabschiedet sich endgültig von Arbon. Das Restaurant an der Hauptstrasse 15 hat seine Türen Ende August ein ­für alle Mal geschlossen. Ein schmerzlicher Entscheid für Wirtin Slavica Tesic. Die Suche nach neuen Mietern sei am Laufen, bisher jedoch ohne Erfolg.

Zehn Jahre lang hat Tesic das Lokal betrieben. Die Bevölkerung habe das Angebot und die Atmosphäre im «kleinen Italien» geschätzt. Für Tesic sei der Entschluss kein einfacher gewesen, mit dem Ende des Restaurants sei «ein Herzensprojekt» verloren. Darüber zu sprechen, fällt ihr schwer, die Angelegenheit ist ­ für sie mit der Schliessung von «Little Italy» beendet.

«Die Konkurrenz schläft nicht»

Auch Corinne Widmer, Ehefrau des Grundstückeigentümers Hansjörg Widmer, bedauert die Schliessung des Restaurants. Sie wisse, wie nahe diese Tesic geht. «Aber irgendwann ist wohl oder übel Schluss.» Sie sei früher selbst gern in dem Restaurant ein und aus gegangen. «‹Little Italy› hatte die gewisse Ambiance, die das Lokal speziell machte.» Es habe sich auch lange noch über Wasser halten können. Laut Widmer liegt es an den Umständen, welche die Wirtin dazu zwangen, dicht zu machen. «Sie musste sich anpassen. Das ist aber schwierig und nicht immer möglich.» Denn die Konkurrenz schlafe nicht.

Rund um das Restaurant sammeln sich Imbissbuden, die einen Kontrast zum gemütlichen Lokal bilden. «Sitzenbleiben ist nicht mehr in Mode», sagt Widmer. Viele Leute würden den schnellen Imbiss bevorzugen. Ausserdem könne man schlecht parkieren. Denn im Zuge des neuen Parkierreglements gibt es Kurzzeitparkplätze, die den Aufenthalt auf 15 Minuten beschränken. Das reicht meist auch für eine schnelle Vorspeise nicht. Um das Restaurant über Wasser ­halten zu können, wurde laut Widmer zuerst das Personal streng reduziert. «Das hat aber schlussendlich auch nicht mehr geholfen.»

Hoffen auf neuen Mieter

Wie es mit dem Grundstück weitergehen wird, kann Widmer noch nicht sagen. Für die Vermieterin gestaltet sich die Suche nach einem neuen Mieter schwierig. Viele Geschäfte hätten dasselbe Problem. «Man kann ja regelrecht beobachten, wie eins nach dem andern im Städtli schliesst.» Es sei nicht einfach, die Leute in die Innenstadt zu locken, da es die meisten an den See zöge. Widmer hoffe aber, dass sich bald jemand Geeignetes auf ihre Inserate melden werde.


1Leserkommentar

Anzeige: