Anwalt für Natur und Tiere

ZUM GEDENKEN AN MAX HILZINGER ⋅
09. April 2018, 06:53

Er hat sie nicht mehr erlebt, die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Vogel- und Naturschutzes Romanshorn: Überraschend und schnell ist Max Hilzinger im März seiner Krankheit erlegen. Deshalb sei nun hier an seine Liebe zur und an seinen Einsatz für die Natur erinnert.

Während 36 Jahren im Vorstand lassen sich drei Stichworte mit seiner Person verknüpfen: Pädagoge, Vogel- und Naturschutz. Wer eine Frage oder ein Problem in Zusammenhang mit unseren gefiederten Freunden beantwortet oder gelöst haben wollte, konnte sich an den Fachmann wenden. Max Hilzinger war die lokale Ansprechperson des Vogelschutzes in allen Belangen und Berater für Architekten und Bauherren zum Schutz von Schwalben- und Mauerseglerkolonien.

Bei der Errichtung des Naturschutzgebietes zwischen Werft und Aachmündung auf dem SBB-Deponieareal am See war er die treibende Kraft. Gleichzeitig war Max Hilzinger die Fachperson für die Umsetzung des kantonalen Pflegeplans zur Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt in diesem Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Zu dieser Aufgabe gehörten die ganzjährige Beobachtung und Entwicklung der Pflegebereiche, die Rinderbetreuung im Sommer, die Neophytenbekämpfung und die Durchführung der vier jährlichen Arbeits- und Besuchstage.

Der Vater und Grossvater zeigte sich in Naturschutzbelangen auch als talentierter Pädagoge: So war er Exkursionsleiter, führte Gruppen durchs Naturschutzgebiet, betreute Schulklassen im Rahmen des Naturkundeunterrichts und Jungjäger bei ihren Pflichtarbeitseinsätzen. Auch als Jäger war er ein überzeugter Anwalt der Tiere. Mit Nachdruck kämpfte er gegen die zunehmende Nutzung des Waldes als Freizeitpark. Er erinnerte immer wieder daran, dass im Wald Tiere leben, die Angst haben vor Menschen und die sich nicht wehren können. Als Jäger und Jagdaufseher hatte er viele Aufgaben zu lösen: verunfalltes Wild bergen, gegen wildernde Hunde vorgehen, Schäden von Wildtieren beurteilen, lebenswichtige Salzlecken für Rehe aufstellen, bei Problemen mit Stadtfüchsen und Mardern helfen.

Mit seinem unermüdlichen Engagement hat Max Hilzinger nachhaltig und vorbildlich vor Augen geführt, dass es sich lohnt, die Natur vor Ort zu schützen. Er brachte es bisweilen auf den Punkt: «Die Natur kann ohne den Menschen bestehen, aber der Mensch nicht ohne die Natur.» (mb)


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