Am viertmeisten Arbeitsplätze im Kanton

ROMANSHORN ⋅ Während sechs Monaten stehen das Gewerbe und die Industrie im Museum am Hafen im Zentrum.
16. April 2018, 05:17
Markus Bösch

Unternehmer, Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes und Nationalrat Hansjörg Brunner nahm die Vernissage zum Anlass, den Einkaufstourismus zu thematisieren: «Wenn Milliarden an Franken im Ausland ausgegeben werden, hat das selbstverständlich auch Folgen für die Arbeitsplätze. Menschen in bescheidenen finanziellen Verhältnissen sind auf günstige Produkte angewiesen. Bei der Mittel- und Oberschicht habe ich hingegen kein Verständnis. Aus meiner Sicht gilt es, die Schweizer Qualität ins Bewusstsein zu rücken – insbesondere die nachhaltige und regionale Herstellung.»

Auch Vereinspräsident Max Brunner nahm darauf Bezug, als er den Ausstellungsteil «Detailhandel früher und heute» vorstellte: «In der Vergangenheit gab es zahlreiche, kleine Läden in den Quartieren, heute sind sie im Zentrum und in der Periferie konzentriert. Insbesondere der Onlinehandel wird dies noch verschärfen und damit eine Herausforderung bleiben.» Der Wunsch sei schon lange da gewesen, mit einer Ausstellung zu zeigen, dass Romanshorn schon immer ein Industrie- und Gewerbeort gewesen und es heute noch sei.

Vor anderthalb Jahren hätten sie mit der Planung begonnen. Heute könne man nun eine Sonderausstellung präsentieren, die mit alten Fotos und neu gedrehten Filmen diese Vielfalt an Arbeitsplätzen aufzeige. Hermann Roth verwies auf historische Firmen, die es heute nicht mehr gibt: «Von jenen, neben der heutigen Werft, gibt es keine Spuren mehr, da befindet sich heute das Naturschutzgebiet an der Aach.»

Ruedi Meier beleuchtete den Industriestandort und sagte, dass heute an 640 Arbeitsstätten knapp über 4400 Vollzeitstellen angeboten werden: «Mit 41 Arbeitsplätzen pro 100 Einwohner sind wir immerhin an vierter Stelle der grössten Orte im Kanton. Dazu haben wir einige Lehrlingsarbeiten ausgestellt.» Harry Troesch hatte sich über den Dienstleistungsbereich kundig gemacht: Dazu gibt es Stellwände zur Schifffahrt, zu Bahn, Post und Zoll sowie zur ehemaligen Alkoholverwaltung und zur Gasproduktion.

 

Markus Bösch

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Die Ausstellung dauert bis zum Sonntag, 28. Oktober, und ist jeden Sonntag von 14-17 Uhr während der Museumsöffnungszeiten zu sehen.


Anzeige: