Roggwiler SVP gegen Deponie

Guter Landwirtschaftsboden soll nicht zweckentfremdet werden: Mit diesem Argument wehrt sich die Parteibasis einhellig gegen die Pläne in der Grosszälg.
26. Mai 2012, 01:06
HEDY ZÜGER

ROGGWIL. Die Diskussion und die Abstimmung über die geplante Deponie bei der A1-Zubringer-Ausfahrt Arbon West ergaben ein einheitliches Bild: Alle anwesenden 15 Mitglieder erteilten der Parteileitung den Auftrag, gegen die Deponiepläne anzutreten.

Werte bleiben wichtig

Ständerat Roland Eberle sprach als Gast über seine ersten Erfahrungen in Bundesbern. Das gute Thurgauer Tempo vermisst er. Die Kleine Kammer werde als Dunkelkammer bezeichnet. Deshalb titelte SVP-Präsident Peter Haag Eberles Auftritt als «100 Tage Dunkelkammer». Als Erinnerungszeichen überreichte er dem hohen Thurgauer folgerichtig eine technisch ausgereifte Taschenlampe. Eberle trat mit dem Anspruch in Bern an, nicht nur Wissen und Erfahrung als Thurgauer Regierungsrat einzubringen, sondern auch die Werte der SVP durchzusetzen. Diesen Qualitäten werde nicht immer nachgelebt. Eigeninteressen seien nicht zu decken, sondern aufzudecken.

Kein Geheimclub

Amüsiert vernahm die Ortspartei, dass in Bern alles etwas langsamer gehe als im Thurgau. Eine Dunkelkammer sei der Ständerat indes nicht: jedes gesprochene Wort werde protokolliert. Was Eberle auffällt, ist die oft verwischte Linie zwischen Legislative und Exekutive. Man rede einander drein, erklärte er. Dass die Medien Inhalte auf Schlagzeilen reduzieren, dass der Stärkste angegriffen werde, dass Recht haben nicht genüge, es müssten Mehrheiten her – das sei so. Managed-Care-Befürworter Eberle: «Wir müssen schlauer sein als die andern – und unsere Leistungen wieder sichtbar machen.»

Bundesbern tickt anders

«Der politische Stil im Thurgau ist hochstehend», sagt Roland Eberle. Dieselbe politische Kultur stünde dem Bundesparlament gut an. «Anständig miteinander umgehen, den Konsens für tragfähige Lösungen suchen», diesem Ziel fühlt sich Eberle verpflichtet. Er pflegt den Finger auch in der eigenen Partei an wunde Punkte zu legen.


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