Politiker wehren sich gegen Deponie

EGNACH. Diverse Politiker haben sich dem Widerstand gegen die geplante Deponie in Roggwil an der Gemeindegrenze zu Egnach angeschlossen. Auch der Arboner Stadtrat steht den Plänen skeptisch gegenüber.
26. März 2012, 01:05
MARKUS SCHOCH

SP-Kantonsrat Peter Gubser ist entsetzt. «Das Ausmass der geplanten Inertstoffdeponie ist gigantisch. Die Dimensionen sind fast nicht vorstellbar.» Die Schuttberge würden dreimal so hoch wie der Zehn-Meter-Sprungturm in der Arboner Badi, zieht der ehemalige Präsident der SP Thurgau einen Vergleich.

Gubser ist einer von diversen Politikern, die am letzten Freitag nebst SVP-Kantonsrat Moritz Tanner bei der Gründung des Vereines «Depo nie!» dabei waren (TZ vom Samstag).

«Absurde Idee»

Für ihn sei klar, dass die Pläne der Firma Zürcher niemals Wirklichkeit werden dürfen, sagte Gubser. «Es ist eine absurde Idee, mitten auf der grünen Wiese eine solche Deponie zu errichten.» Er werde darum dem Verein helfen. Mit Kampagnen habe er viel Erfahrung.

Dem Widerstand anschliessen wird sich auch Toni Kappeler, Grüner Kantonsrat und Präsident von Pro Natura. Die Firma Zürcher habe zwar in Gloten bewiesen, dass sie eine Deponie betreiben könne. «Es läuft dort vorbildlich.» Das Problem sei jedoch der Standort in Roggwil. «Es ist keine Mulde, sondern ein Hochacker, der über die Jahrhunderte entstanden ist.» Zudem sei das Landwirtschaftsland im Gebiet Grosszälg Fruchtfolgefläche und damit besonders schützenswert. Rechtlich habe Pro Natura keine Handhabe, um gegen die Deponie vorzugehen, ist sich Kappeler bewusst. Es werde darum gehen, die Roggwiler davon zu überzeugen, dass der Preis einer Umzonung des Gebietes Grosszälg viel zu hoch sei, sagt Kappeler. «Finanziell würde sie der Gemeinde wenig bringen, da eine Deponie kein wertschöpfungsintensiver Betrieb ist.»

Skeptischer Stadtrat

Sehr skeptisch gegenüber der Deponie ist auch der Arboner Stadtrat, der bis jetzt einmal kurz über das Projekt diskutiert habe, sagt SVP-Stadtrat Koni Brühwiler, der am Freitag ebenfalls der Vereinsgründung beiwohnte. Um sich ein besseres Bild machen zu können, brauche es jetzt vor allem genauere Informationen. «Wir möchten die Fakten kennen», sagt Brühwiler. Für ihn stehe ausser Frage, dass die Nachbargemeinden von Roggwil in die Diskussion einbezogen werden müssen. «Die Deponie betrifft die ganze Region, und deshalb muss die ganze Region ein Wort mitreden können.»

Bereit, im Verein mitzumachen, wäre auch der Romanshorner Primarschulpräsident Hanspeter Heeb, der sich in einem Leserbrief zur Deponie geäussert hatte und darum am letzten Freitag eingeladen worden war. Für den Grünen sind die Pläne der Firma Zürcher vor allem Ausdruck verfehlter Raumplanungspolitik.


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