Kanton St. Gallen auch auf der Suche

11. April 2012, 01:08

Statt in Roggwil eine Deponie zu eröffnen, wäre es klüger, die Verantwortlichen in Frauenfeld würden mit dem Kanton St. Gallen das Gespräch suchen im Hinblick auf Lieferverträge, sagte Kritiker Peter Stäheli an der Podiumsdiskussion vor zwei Wochen in der Egnacher Rietzelghalle. Denn die St. Gallen seien daran, Standorte für eine neue Aushubdeponie zu prüfen, die teils nicht weit vom Oberthurgau entfernt seien.

Das ist tatsächlich so. Der Kanton St. Gallen lässt die Machbarkeit einer Grossdeponie im Steinachtobel und dreier dezentraler Deponien in Oberbüren und Goldach prüfen, wie das Baudepartement des Kantons St. Gallen Ende Januar mitteilte. Unverschmutztes Aushubmaterial, das im Raum St. Gallen-Rorschach anfällt (jährlich rund 250 000 Kubikmeter), wird gegenwärtig in der Deponie Tüfentobel in der Gemeinde Gaiserwald deponiert. Das Fassungsvermögen reicht noch für die nächsten zehn bis 15 Jahre.

Um auch in Zukunft genügend Raum zur Ablagerung von Aushub zu haben, sei der Kanton verpflichtet, die notwendigen Planungsarbeiten rechtzeitig anzugehen, wie Baudirektor Willi Haag vor den Medien sagte. Gemäss Haag werden nun zwei Szenarien überprüft.

Das erste sieht eine Grossdeponie mit einem Ablagerungsvolumen von rund fünf Millionen Kubikmetern vor; das würde die Sicherheit zur Entsorgung von Aushub für rund 20 Jahre gewährleisten. Das zweite Szenario sieht drei neue Deponien vor: zwei in Oberbüren, eine in Goldach. Das totale Volumen beträgt gut drei Millionen Kubikmeter. So gross sollte ursprünglich auch das Fassungsvermögen der geplanten Deponie in Roggwil werden, mittlerweile steht aber nur noch die Hälfte des Landes zur Verfügung, nachdem ein Eigentümer ausgestiegen ist.

Für Verhandlungen mit St. Gallen ist es gemäss Jürg Hertz, dem Leiter des Amtes für Umwelt im Kanton Thurgau, zu früh. «Wir sind aber im Gespräch», versicherte er vor zwei Wochen. (sda/mso)


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