Kampf gegen ein Phantom

Vor dreieinhalb Jahren machte die Firma Zürcher aus Zuzwil die Pläne für den Betrieb einer Deponie an der Grenze zwischen Roggwil und Egnach bekannt. Ein Verein bekämpft das Projekt. Er tut sich aber schwer damit.
20. August 2015, 02:40
MARKUS SCHOCH

EGNACH. Am Anfang standen die Türen bei der Firma Zürcher Kies und Transport AG weit offen. Für Fragen im Zusammenhang mit der geplanten Deponie für unverschmutzten Aushub sowie Steine würden er selber und Geschäftsführer Walter Schwarzkopf gerne zur Verfügung stehen, sagte Inhaber Andreas Zürcher in einem Interview im Februar 2012 im Mitteilungsblatt der Gemeinde Roggwil.

Dreieinhalb Jahre später gilt diese Einladung nicht mehr.

«Nehmen keine Stellung»

«Wir nehmen zum Projekt keine Stellung», sagte Schwarzkopf gestern auf Anfrage. Pascal Stacher erhielt nicht einmal eine Antwort auf seinen eingeschriebenen Brief an die Adresse der Zuzwiler Firma, in dem er sich nach dem Stand der Dinge erkundigte.

Stacher ist Präsident des Vereins «Depo nie», der das Projekt im Gebiet Grosszälg beim Weiler Fetzisloh bekämpft und am Montagabend seine dritte Jahresversammlung abhielt.

Viel zu bereden gab es nicht im Roggwiler «Ochsen». «Ich habe keine Neuigkeiten», teilte Stacher mit.

Vorstand wird überstimmt

Bereits im letzten Jahr war er mit leeren Händen vor die Versammlung getreten. So weiterzumachen, habe keinen Sinn, sagte Stacher. Der Vorstand schlug der Versammlung am Montagabend deshalb vor, die jährlichen, wenig ergiebigen Treffen auszusetzen. Die Hauptversammlung sollte künftig nur noch stattfinden, wenn sich eine neue Entwicklung ergibt.

Eine Mehrheit der 14 anwesenden Mitglieder war mit diesem Vorgehen nicht einverstanden. Denn damit würde der Verein ein falsches Signal aussenden – vor allem an die Firma Zürcher. «Sie könnte den Eindruck bekommen, wir seien eingeschlafen», meinte ein Vereinsmitglied. Dieser Eindruck dürfe aber auf keinen Fall entstehen. «Unser Widerstand muss weiter in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.»

Versammlung alle zwei Jahre

Die Versammlung einigte sich nach längerer Diskussion schliesslich auf einen Kompromissvorschlag von Pro-Natura-Präsident Toni Kappeler: Der Verein wird künftig mindestens alle zwei Jahre eine Hauptversammlung abhalten.

Einstimmig beschlossen wurde ausserdem, von den aktuell 159 Mitgliedern vorderhand keinen Jahresbeitrag mehr einzuziehen. Einmal zahlen müssen ihn im Moment nur Neumitglieder, von denen es im letzten Jahr immerhin sieben gab.


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