Hoffnung für Deponie-Gegner

Der Regierungsrat hat eine einfache Anfrage der SVP-Kantonsräte Stephan Tobler und Moritz Tanner zur geplanten Deponie in Roggwil beantwortet. Die Antwort stimmt beide zuversichtlich, dass die Deponie nicht zustande kommt.
21. April 2012, 01:06
MICHèLE VATERLAUS

ROMANSHORN. «Aufgrund der Antwort des Regierungsrates gehe ich davon aus, dass die Deponie in Roggwil nicht zustande kommt», sagt der Egnacher Gemeindeammann Stephan Tobler. Mit seinem Parteikollegen und SVP-Kantonsrat Moritz Tanner hat er im Februar eine einfach Anfrage zu der Inertstoffdeponie gestellt (siehe Kasten). In seiner Antwort schrieb der Regierungsrat, «dass es für eine Inertstoffdeponie geeignetere Standorte gäbe.» Denn das Land, auf dem die Deponie entstehen soll, hat eine ausgezeichnete Bodenqualität und eine solche sei schützenswert.

Der Rat teilt Bedenken

Die geplante Deponie in Roggwil der Firma Zürcher Kies und Transport AG grenzt direkt an Egnacher Gemeindegebiet. Von dort regte sich auch Widerstand, als die Pläne bekannt wurden. Befürchtungen einer verminderten Lebensqualität in der Umgebung der Deponie durch Lärm und Staub sowie durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen wurden laut. So gründeten die Betroffenen Anwohner Ende März sogar einen Verein gegen die geplante Inertstoffdeponie.

«Der Rat teilt anscheinend diese Bedenken», sagt Moritz Tanner. Zwar schreibt der Regierungsrat, dass Fragen bezüglich Grösse, Lage, verkehrsbedingten Auswirkungen und Lebensqualität ohne konkretes Projekt nicht beantwortet werden könnten, doch sobald ein solches vorliege, müsse es auf seine Umweltverträglichkeit geprüft werden. «Also geht der Regierungsrat von einer Belastung aus», sagt Tanner.

Hoffnung gibt den Anfragestellern auch die Aussage, dass die Kapazitäten für die Deponierung von Inertstoffen im Kanton Thurgau für die nächsten 15 bis 20 Jahre gesichert seien. «Eine Deponie in Roggwil ist also gar nicht nötig», sagt Tanner. Und zu guter Letzt wäre eine Richtplanänderung notwendig, wenn die Deponie in Roggwil gebaut werden soll. «Und darüber muss schliesslich der Grosse Rat entscheiden und nicht nur die Gemeinde Roggwil», sagt Stephan Tobler.

Etwas irritiert ist Tanner lediglich aufgrund eines vermeintlichen Widerspruchs in der Antwort. So solle die Bodenqualität nach Stilllegung der Deponie nicht verschlechtert sein, doch Inertstoffe gelten als verschmutzt. «Der Boden kann also gar nicht die gleiche Qualität haben», sagt Tanner. Er als Landwirt verstehe sowieso nicht, weshalb derart hochwertiges Land für eine Inertstoffdeponie herhalten soll.

Unterstützung zeigen

Mit der Anfrage verfolgten Tobler und Tanner zum einen das Ziel, zu erkennen, welche Position der Regierungsrat bezüglich der Deponie einnimmt. «Zudem wollten wir den Anwohnern zeigen, dass sie nicht alleine dastehen», sagt Tobler. Denn diese seien verunsichert.

Der zuständige Regierungsrat Jakob Stark weist aber darauf hin, dass kein konkretes Projekt vorliegt. Liege ein solches vor, so werde es gründlich geprüft und öffentlich aufgelegt. Betroffene Personen könnten dabei Einsprache erheben.


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