«Fetzisloh ist der falsche Ort»

Seit einem Jahr wehrt sich der Verein «Depo nie!» gegen die Idee der Firma Zürcher aus Zuzwil, eine Inertstoffdeponie auf dem Gebiet Grosszälg zu erstellen. Kommende Woche findet die erste Generalversammlung des Vereins statt.
16. April 2013, 01:51
MICHèLE VATERLAUS

EGNACH. «Ich weiss, dass die Firma Zürcher die Planung weitertreibt», sagt Pascal Stacher, Präsident des Vereins «Depo nie!». Es ist bereits über ein Jahr her, seit rund 200 Personen den Verein gegründet haben. Dies nachdem die Firma Zürcher Kies und Transport AG ihre Idee für eine Inertstoffdeponie in Roggwil an der Grenze zur Gemeinde Egnach vorgestellt hatte. Der Verein will verhindern, dass diese Pläne Realität werden. Der Landwirtschaftsboden, das Naherholungsgebiet und die Menschen sollen vor der Deponie geschützt werden. Am 22. April findet die erste Generalversammlung des Vereins statt. Zwar ist es in der jüngeren Vergangenheit etwas stiller um den Verein geworden, was aber nicht heisst, dass im Hintergrund nicht weiter gekämpft wird.

Einladung zum Gespräch

«Die Verantwortlichen haben uns im letzten Dezember eingeladen und uns in Aussicht gestellt, sie würden uns in die Planung einbeziehen, wenn wir das wollten», sagt Stacher. Die Anwohner haben das Angebot aber abgelehnt, denn für sie ist die Inertstoffdeponie in Fetzisloh fehl am Platz – egal in welcher Form und Grösse. Wie es danach weitergegangen sei, wisse er nicht. «Wir hatten aber den Eindruck, den Vertretern der Firma Zürcher sei bewusst, dass es ohne uns nicht geht.» Stacher rechnet den Verantwortlichen zudem hoch an, dass sie sich immer um Transparenz bezüglich der Planung bemühten.

«Wir nehmen das ernst»

Bei der Firma Zürcher will man zum aktuellen Stand keine Stellung nehmen. «Wir hatten ein Gespräch mit den Anwohnern, den Inhalt desselben wollen wir nicht kommentieren», sagt Walter Schwarzkopf. Es gelte immer noch das, was bereits seit einem Jahr kommuniziert werde: Von Anfang an war der Firma bewusst, dass sie nicht mit offenen Armen empfangen werde. Das hatte sie bereits an der ersten Informationsveranstaltung im Januar 2012 klargemacht.

Die Heftigkeit des Widerstandes überraschte die Bauherrschaft jedoch. Um dies zu verhindern, habe man extra früh und breit informiert, in der Hoffnung, im Gespräch mit allen Beteiligten und Betroffenen besser ans Ziel zu kommen. Sie hätten eine Basis für Diskussionen finden und Vertrauen schaffen wollen, sagte der Geschäftsleiter und Inhaber der Firma Zürcher Kies und Transporte AG im vergangenen Jahr gegenüber unserer Zeitung. Schwarzkopf betont aber: «Wir nehmen die Sache sehr, sehr ernst. Das haben wir immer gesagt.» Die Grundeigentümer seien aber immer noch mit im Boot. Und er weist darauf hin, dass im Oberthurgau ein ausgewiesenes Bedürfnis nach einer Aushubdeponie bestehe.

Doppelbelastung in Fetzisloh

Die Strassenprojekte im Kanton bereiten denn auch Stacher Sorgen. Doch gerade deswegen ist er zuversichtlich, dass die Deponie nie eröffnet wird. «Es ist noch so vieles ungewiss, ich mit meinem Obstbaubetrieb bin aber sehr direkt betroffen von der neuen Strasse und muss auf Jahre hinaus planen. Das ist im Moment nicht einfach», sagt er. «Die Bodensee-Thurtalstrasse wird nämlich unmittelbar an Fetzisloh vorbei führen.»

Wegen der Betroffenheit von ihm und anderen Anwohnern geht er davon aus, dass der Kanton Fingerspitzengefühl beweisen wird «und uns nicht auch noch die Deponie zumutet». Denn die Anwohner seien ja bereit, ihren Beitrag zu leisten. «Aber es kann doch nicht sein, dass wir die Zeche für alles zahlen.»


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