«Es ist der Hammer»

ROMANSHORN ⋅ Am Donnerstag fuhr die umgebaute MS Säntis zum ersten Mal mit Passagieren aus. Es gab ein Feuerwerk und viel Lob für das Eventschiff.
29. April 2017, 09:52
Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Am Schluss wurde es ziemlich knapp. Eine halbe Stunde, bevor Priester Toni Bühlmann das Schiff im Hafen segnete, gingen die letzten Handwerker von Bord. Sie hätten Lehrgeld bezahlen müssen, sagte Projektleiter Benno Gmür. Noch nie in ihrer 120-jährigen Geschichte habe die Werft der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) einen solch aufwendigen Umbau gemacht, der rund vier Monate dauerte und über zwei Millionen Franken kostete. Die zuständigen Stellen bei der Bewilligungsbehörde in Bern seien denn auch anfänglich davon ausgegangen, dass der Zeitplan zu straff sei und sie es nicht rechtzeitig schaffen würden.

  • Einweihung der renovierten MS Säntis im Hafen Romanshorn.
  • Einweihung der renovierten MS Säntis im Hafen Romanshorn.
  • Einweihung der renovierten MS Säntis im Hafen Romanshorn.

Seit mehr als 60 Jahren ist die MS Säntis auf dem Bodensee unterwegs. Nun wurde das Schiff umgebaut und in seinem Heimathafen in Romanshorn präsentiert. (Bilder: Reto Martin)

Hermann Hess ist stolz auf das Resultat

«Es war ein äusserst mühsamer und zuweilen konfliktreicher Prozess», blickte SBS-Verwaltungsratspräsident Hermann Hess bei der ersten Ausfahrt der «Yacht für einen Tag» am Donnerstagabend zurück. «Aber wir haben es trotz aller Widerwärtigkeiten geschafft. Weil wir uns zusammen mit dem Personal sehr viel überlegt haben, zielgerichtet und unbeirrt vorwärts gegangen sind und wir uns nicht mit dem Erstbesten zufrieden gegeben haben.» Das Resultat mache ihn stolz, sagte Hess. So würden beispielsweise die Fenster dank Doppelverglasung und Lüftung nicht mehr anlaufen.

Begeistert von der neuen «Säntis» äussersten sich auch die geladenen Gäste. «Es ist super schön geworden», meinte Regierungspräsidentin Monika Knill. Das Eventschiff der SBS, das für 4000 Franken während zweier Stunden gemietet werden kann, schliesse eine Lücke im touristischen Angebot auf dem Bodensee. «Schade, kann die ‹Säntis› nicht bei uns anlegen», scherzte Salmsachs Gemeindepräsident Martin Haas. Die Atmosphäre sei sehr angenehm und mache «Lust auf mehr». Er könnte sich gut vorstellen, einen Event auf der «Säntis» durchzuführen, sagte Peter Maag, der Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau. «Gerade für Firmenanlässe eignet sich das Schiff mit Platz für 180 Personen sehr gut.» Oder beispielsweise für eine Modeschau, wie am Donnerstag Dalmi Mode bewies. Voll des Lobes war auch Romanshorns Stadtpräsident David H. Bon. «Das ist der Hammer. Es ist wunderschön.» Ihn beeindrucke, dass die SBS konsequent auf hohe Qualität setze und daran glaube, dass dies der Weg zum Erfolg sei.

Edles Ambiente, modernste Technik

Ihre Aufgabe sei nicht einfach gewesen, aus dem angestaubten Ausflugdampfer ein multifunktionales Eventschiff in edlem Ambiente und ausgestattet mit modernster Technik zu machen, sagte Patrick Schöll von Susanne Fritz Architekten, die bereits die Pläne für das Restaurant Hafen und den Abenteuerspielplatz auf der Bunkerwiese gezeichnet haben. Schwierig war vor allem, das Schiff in der Balance zu halten und Gewicht zu sparen, erklärte Projektleiter Gmür. Das Oberdeck habe deshalb nicht vollständig geschlossen werden können. Die Gäste genossen es aber auch, kurz draussen unter dem Sonnensegel zu stehen und dem kurzen Feuerwerk zuzuschauen, das die SBS zur Feier des Tages in den Himmel steigen liess.


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