«Ein völliger Fremdkörper»

EGNACH. Der Egnacher Gemeinderat spricht sich gegen eine Inertstoffdeponie in Roggwil aus. Sie passe nicht ins Landschaftsbild. sagt Gemeindeammann Stephan Tobler. Der Arboner Stadtrat will sich noch nicht festlegen.
11. April 2012, 07:07
MARKUS SCHOCH

Die Gegner einer Inertstoffdeponie auf Roggwiler Boden an der Grenze zu Egnach haben einen neuen Verbündeten. Der Egnacher Gemeinderat lehnt die Pläne ab, wie Gemeindeammann Stephan Tobler auf Anfrage erklärt. Dass sich die Behörde in der Streitfrage positioniere, ist in den letzten Wochen immer wieder gefordert worden, zuletzt in einem Leserbrief (siehe nebenan).

Es seien im wesentlichen zwei Gründe, weshalb der Gemeinderat Nein sage zur Ablagerung von Bauabfällen und Aushub im Gebiet Grosszälg, sagt Tobler.

Völliger Fremdkörper

Zum einen würden die Schuttkegel nicht ins Landschaftsbild passen. «Sie wären ein völliger Fremdkörper», sagt Tobler. Zum anderen würden die Anwohner voraussichtlich bereits stark mit der Bodensee-Thurtal-Strasse belastet, die nahe am Weiler Fetzisloh im Norden durchführen soll. Gebaut ist die Schnellstrasse zwar noch nicht. Tobler geht aber davon aus, dass die Stimmbürger im Herbst den Weg frei machen werden. «Die Deponie kann ihnen dann auf der anderen Seite nicht auch noch zugemutet werden.»

Mit den Verantwortlichen der Gemeinde Roggwil hat Tobler das Gespräch noch nicht gesucht. Der Gemeinderat habe sich auch noch nicht überlegt, wie er Einfluss nehmen könnte. «Im Moment liegt kein offizielles Gesuch für die Deponie vor, und darum besteht auch kein Handlungsbedarf», sagt Tobler.

Arbon wartet ab

Abwartend verhält sich Arbon, wo es in den betroffenen Randgebieten ebenfalls Widerstand gibt. Der Stadtrat werde sich erst offiziell äussern, wenn ein konkretes Projekt in die Vernehmlassung gehe, sagt Stadtammann Martin Klöti. Für die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau, die er bis vor kurzem präsidierte, sei das Projekt kein Thema. «Es wäre eines, wenn wir bereits regionale Richtpläne hätten, wie sie im überarbeiteten Planungs- und Baugesetz vorgesehen sind, über das wir am 17. Juni abstimmen.»


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