«Die Bevölkerung ist beunruhigt»

ARBON. Der Stadtrat werde sich zu Deponieplänen an der Gemeindegrenze erst äussern, wenn ein konkretes Projekt vorliege, sagte Stadtammann Martin Klöti gegenüber besorgten Parlamentariern.
11. Mai 2012, 06:56
MAX EICHENBERGER

Die in der Grosszelg auf Roggwiler Gebiet an der T14 beim A1-Zubringer «Anschluss Arbon West» geplante Deponie für Inertstoffe hat nun auch Arboner Volksvertreter auf den Plan gerufen.

Immissionen befürchtet

Remo Bass (CVP) und Roland Schöni (SVP) äussern sich beide besorgt, weil periphere Arboner Siedlungsgebiete von den Auswirkungen einer solchen Deponie für Bauabfälle mitbetroffen wären: Frasnacht und Steineloh. «Die Bevölkerung ist beunruhigt», betont der Frasnachter Remo Bass. Einerseits wegen des störenden Eingriffs in das Landschaftsbild, dann aber auch wegen der zu erwartenden Immissionen einer solchen Anlage selber, deren Betrieb zudem zusätzlichen Verkehr erzeuge. Remo Bass bezieht sich auf die Angaben von 50 Lastwagenladungen pro Tag.

«Vornehm herausgehalten»

Der Stadtrat und Stadtammann Klöti hätten sich bisher «vornehm aus der Sache herausgehalten», zeigt sich Schöni darob leicht ungehalten. «Denn der Ortsteil Frasnacht würde enorm stark betroffen.» Schöni wollte wissen, wie sich der Stadtrat zum Projekt einer unmittelbar an der Gemeindegrenze geplanten Deponie stellt – und ob er gedenke, sich konkret gegen die Realisierung eines solchen Vorhabens einzusetzen.

Konkretes Projekt abwarten

Stadtammann Martin Klöti zufolge sei die Stadt Arbon von der Gemeinde Roggwil rechtzeitig informiert worden. Eine Beurteilung des Deponievorhabens oder konkrete Einwände dagegen seien jedoch erst dann möglich, wenn ein definitives, auflagereifes Projekt vorliege. Dies sei jedoch noch überhaupt nicht der Fall. Ein erster Projektvorschlag sei inzwischen zurückgenommen worden, weil einer der Landeigentümer nun doch nicht bereit sei, seinen Boden zur Verfügung zu stellen. So würde das Volumen der Deponie um die Hälfte schrumpfen. «Seither herrscht aber Funkstille.»

UVP zwingend

Ein Projekt könnte überdies ohne Umweltverträglichkeitsprüfung auch gar nicht realisiert werden – auch nicht ohne Bedarfsnachweis. Im kantonalen Richtplan lege der Kanton Zonen fest, wo Deponien möglich wären. Denn: Irgendwo müssten Anlagen erstellt werden können, um Aushub und Abbruchmaterial deponieren zu können. Eine Entwicklung habe immer zwei Seiten.


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