Breiter Widerstand gegen Deponie

ROGGWIL. Über 2500 Personen haben eine Petition gegen die geplante Inertstoffdeponie in Roggwil an der Grenze zu Egnach unterschrieben. Gemeindeammann Gallus Hasler nahm die Bittschrift gestern entgegen. Versprechen wollte er nichts.
30. Mai 2012, 01:06
MARKUS SCHOCH

Der Verein «Depo nie!» zur Rettung des Gebietes Grosszälg hat sich in den letzten Wochen ins Zeug gelegt. Die Mitglieder sammelten 2524 Unterschriften für eine Petition, die sich gegen die geplante Inertstoffdeponie für Aushub und Bauabfälle in Roggwil an der Gemeindegrenze zu Egnach richtet. 447 Unterschriften stammen aus Roggwil, 648 aus Egnach, 789 aus Arbon und 640 aus diversen anderen Gemeinden.

Breites Unbehagen

«Die breite Unterstützung zeigt, dass es nicht nur um den Protest von empörten Anwohnern geht», sagte Vereinspräsident Pascal Stacher gestern bei der Übergabe der Unterschriftenbogen an den Roggwiler Gemeindeammann Gallus Hasler. Sie sei Ausdruck eines breiten Unbehagens in der Bevölkerung, dass bestes Kulturland für eine Deponie aufgegeben werden solle.

Hasler wollte den Petitionären keine falschen Hoffnungen machen. Der Gemeinderat habe sich noch keine Meinung zur Inertstoffdeponie gebildet, sagte er gestern. Die Gemeinde habe weder eine offizielle Anfrage noch ein Baugesuch der Firma Zürcher Kies und Transport AG aus Zuzwil auf dem Tisch. «Und so lange verhalten wir uns neutral.»

Bei Entscheid berücksichtigen

Dass sich der Gemeinderat Egnach bereits gegen das Vorhaben ausgesprochen habe, sei sein gutes Recht. Er habe sich «nicht gross» daran gestört, sagte Hasler. Die Ausgangslage sei völlig unterschiedlich. «Egnach ist total frei. Wir müssen gegebenenfalls über die Zonenplanänderung und das Baugesuch entscheiden.» Deshalb könne der Roggwiler Gemeinderat nicht vorpreschen.

Die Petition sei zwar rechtlich unverbindlich. «Wir werden sie aber in unseren Entscheid einbeziehen», versprach Hasler. Wichtig sei, dass die Gemeindeautonomie gewährt sei.

Er gehe davon aus, dass die Abklärungen der Firma Zürcher noch ein oder zwei Jahre in Anspruch nehmen werde, sagte Hasler. Das Unternehmen in Zuzwil will sich im Moment nicht zur Planung äussern, wie Geschäftsleiter Walter Schwarzkopf auf Anfrage erklärte. «Wir werden zu gegebener Zeit informieren.»

Wogen haben sich geglättet

Der Umgangston gestern war äussert freundlich. Hasler lud die Vereinsvertreter sogar zu einem Glas Wasser ins Gemeindehaus ein. Am Anfang sei die Diskussion von Emotionen geprägt gewesen,. «Jetzt haben wir eine sachliche Ebene gefunden», sagte der Gemeindeammann. Die Gesprächskultur sei heute «sehr gut».

Vereinspräsident Pascal Stacher bestätigte diese Einschätzung: «Die Wogen haben sich geglättet.» Ihnen sei sehr an einem anständigen und korrekten Umgang gelegen, betonte SVP-Kantonsrat Moritz Tanner, der sich im Verein engagiert.


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