Bald gibt ein Neuer den Ton an

ROMANSHORN ⋅ Musikschulleiterin Julia Kräuchi wechselt im Herbst in gleicher Funktion nach Arbon. Ihr Nachfolger wird Philipp Kreyenbühl von der Jugendmusikschule Amriswil.
20. Januar 2017, 07:34
Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch@thurgauerzeitung.ch

Julia Kräuchi wird künftig einen noch kürzeren Weg zur Arbeit haben. Die Leiterin der Musikschule Romanshorn wohnt in Berg und tritt am 1. August die Nachfolge von Leo Gschwend an der Musikschule Arbon an.

Die Aufgabe reize sie sehr, sagt Kräuchi. Und darum habe sie das Angebot angenommen, als sie es bekommen habe. Sie sei schon seit Kindesbeinen mit der Musikschule Arbon verbunden. Zuerst als Schülerin, dann als Violinenlehrerin und «seit längerem» zusätzlich als Stellvertreterin von Leo Gschwend, in dessen Fussstapfen sie jetzt treten wird mit einem 60-Prozent-Pensum.

Julia Kräuchi geht nach Arbon. Zoom

Julia Kräuchi geht nach Arbon.

Von Romanshorn wegzugehen, wo sie seit Sommer 2011 die Gesamtleitung hat, werde ihr nicht leicht fallen. «Das Klima ist toll und die Mitarbeiter sind es auch.» Sie werde deshalb im Spätsommer ihr Büro mit «ganz positiven Gefühlen» räumen. Auch im Wissen darum, dass mit Philipp Kreyenbühl ein guter Nachfolger gefunden worden sei. Der Leiter der Musikschule Amriswil führt künftig auch diejenige in Romanshorn. «Diese Lösung ist optimal für den Oberthurgau, gerade mit Blick auf überregionale Projekte», sagt Kräuchi.

«Sie hat bei uns einen super Job gemacht»

Der Romanshorner Musikschul-Präsident Ruedi Meier bedauert den Weggang von Kräuchi sehr. «Sie hat bei uns einen super Job gemacht. Es waren tolle Jahre mit ihr.» Die Kündigung habe ihn im ersten Moment darum wenig ­gefreut. Die Enttäuschung wich aber schnell anderen Gefühlen. Heute sei er ihr nur noch dankbar für alles, was sie für die Musikschule geleistet habe, sagt Meier.

Um die Zukunft der Musikschule mache er sich keine Sorgen. Mit Philipp Kreyenbühl habe die im letzten Jahr öffentlich ausgeschriebene Stelle wieder optimal besetzt werden können. Er sei im Auswahlverfahren klar als bester der insgesamt elf Bewerber aus dem Rennen gegangen. «Wir sind wieder sehr gut aufgestellt», sagt Meier. Und er erhofft sich wie Kräuchi zusätzliche Synergieeffekte durch die enge personelle Vernetzung der Musikschulen im Oberthurgau. Man arbeite schon heute sehr gut zusammen, sagt Kreyenbühl. Jetzt würden sich «zusätzliche Fenster» öffnen, beispielsweise bei der Weiterbildung der Lehrpersonen oder im Ensemblebereich.

Gut gefüllter Rucksack und lange Erfahrung

Der 40-jährige Kreyenbühl führt die Jugendmusikschule Amriswil seit zehn Jahren mit einem 50-Prozent-Pensum. Er studierte Oboe in St.Gallen und Luzern, Musikwissenschaften an der Uni Zürich und machte den Doktor in Musikwissenschaften. Aktuell ist Kreyenbühl nebst seiner Arbeit als Schulleiter in Amriswil mit Forschungsprojekten an diversen Hochschulen beschäftigt. «Damit höre ich auf, wenn ich in Romanshorn beginne.»

Kreyenbühl übernimmt im August an der Musikschule Romanshorn zusätzlich ein 35-Prozent-Pensum – fünf Prozent weniger, als Kräuchi heute hat. Diese fünf Prozent fallen aber nicht weg. Sie werden für eine interne Stellvertretung eingesetzt.


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