Von der Homeparty zum Festival

HAUPTWIL ⋅ Zum dritten Mal jährte sich am Wochenende das Rüttelhütte In-Air-Festival. Nebst einheimischen Stars wie Stefanie Heinzmann und Lo & Leduc standen auch internationale Topbands wie The Baseballs oder Schmutzki auf den Bühnen.
09. Oktober 2017, 07:09
Sara Carracedo

Sara Carracedo

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Alles hatte damit angefangen, dass Beat Krucker, Inhaber der Rüttelhütte, und zwei Freunde zum elften Jubiläum der Rüttelhütte eine grosse Homeparty im amerikanischen Stil feiern wollten. Vor nicht allzu langer Zeit fand dieses Festival noch in der hauseigenen Scheune statt.

Heuer, drei Jahre später, hat die Homeparty von damals eine völlig neue Dimension angenommen, und niemand hätte damals damit gerechnet, dass ihr In-Air-Festival einem professionellen Festival so nahe kommt. Waren es damals noch 300 Gäste, so sind es dieses Jahr weit über 1500. Mit einem 30 mal 90 Meter langen Festzelt auf der Wiese, Security Personal, welches mit Argusaugen wacht, und internationalen Stars ging das diesjährige Rüttelhütte In-Air-Festival über die Bühne.

Vor drei Jahren rühmte sich das Rüttelhütte In-Air-Festival als einziges Indoor-Festival weltweit. Nun findet man auf dem Gelände weitere selbsternannte Weltneuheiten, wie die mobile Schwarzlicht-Minigolfanlage, welche Krucker beim Rundgang als «Weltsensation und noch nie da gewesen» bezeichnet.

Tourbus mit Traktor aus dem Schlamm gezogen

Bereits letztes Jahr hatten die Besucher die Gelegenheit, in der «weltweit ersten Indoor-Zeltanlage» zu übernachten. Davon profitierte heuer auch Besucher Bernhard Fust aus St. Gallen: «Ich habe sehr gut im Zelt im Zelt geschlafen und habe nichts vom Regen bemerkt. Im Gegenteil, die Temperatur war hervorragend.» Der Regen war für viele Besucher kein Problem, da das ganze Festival in bedeckten Räumlichkeiten stattfand. Doch für das Team von Krucker war die Witterung eine der grössten Herausforderungen. So wurde am Samstagmorgen das gesamte Parkplatzkonzept über den Haufen geworfen, wie Mike Frei, Mediensprecher und OK-Mitglied, berichtet: «Die Fahrzeuge sind nicht mehr aus der Wiese gekommen, und wir mussten sogar den Nightliner von The Baseballs mit einem Traktor aus dem Schlamm rausziehen.» Um das Festzelt wurde ein Burggraben gezogen, damit das Wasser ums Zelt fliessen konnte. Der Fluss wurde am Geländeende von der Feuerwehr abgepumpt.

Lob vom Manager von The Baseballs

Die Sänger von The Baseballs haben von der ganzen Aufregung um ihren Nightliner nicht viel mitbekommen und rockten am Samstag das Festival. Dass internationale Bands auf der Bühne stehen, gehört zum neuen Konzept des OK. Denn das In-Air-Festival wurde mit der Intention, regionalen Musikern eine Plattform zu bieten, gegründet. Es sei aber kein Strategiewechsel, wie Frei erklärt: «Mit den namenhaften Bands wollen wir die grosse Menge anlocken und hoffen so, dass auch die regionalen Bands Anklang finden.»

Frei ist überglücklich und stolz, dass der Event so gewachsen ist: «Sogar der Manager von The Baseballs, der als sehr streng gilt, hat uns gelobt und sich bei jedem Einzelnen von uns bedankt.» Das sei eines der grössten Komplimente, welches sich das Team wünschen könne, sagt Frei lachend. Ein Traum der drei Freunde wäre, wenn im kommenden Jahr eine amerikanische College-Rock/Punk-Band wie Blink 182 oder Sum41 auftreten würde.


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