Von 1000 schafft es vielleicht einer

BISCHOFSZELL ⋅ Sponsoren- und Nachwuchspflege in einem – dies betreibt der Thurgauer Fussballverband einmal im Jahr mit dem TKB-Juniorentag. Am Sonntag war es wieder so weit.
26. September 2017, 07:28

Bei ausgezeichneten äusseren Bedingungen fanden am Nachmittag auf dem Bischofszeller Sportplatz Bruggfeld zwei Derbys zwischen den 13- und 14-Jährigen der Future Champs Ostschweiz Team Thurgau und den gleichaltrigen Kickern des FC Wil statt. Gespielt wurde über dreimal 30 Minuten, und der Spass an der Sache stand bei manchem im Vordergrund. Und doch war das Aufeinandertreffen der talentierten Nachwuchsfussballer mehr als nur ein passabler Freizeitkick. «Heute sind nicht nur ein paar Eltern und der eigene Coach hier, sondern auch die Vertreter anderer Vereine, bei denen man durchaus die eigenen Fähigkeiten mal zeigen kann», sagt Paul Merz, Präsident der Thurgauer Fussballverbandes.

Doch nicht nur die Teenager erhielten hier ihre Plattform, sondern auch die Hauptsponsorin des kantonalen Fussballerverbandes, die Thurgauer Kantonalbank. Während die Bank am Vormittag für ihr Engagement beim Fussball warb, demonstrierten am Nachmittag die Mädchen und Jungen, was es braucht, um überhaupt so weit zu kommen wie sie. Denn sie sind in den jeweiligen Jahrgängen die Elite der 25 Thurgauer Fussballvereine, welche aktuell in diversen Nachwuchsmannschaften 3000 bis 4000 fussballbegeisterte Kindern die Technik am Ball und die Taktik auf dem Feld beibringen.

Voraussetzungen waren noch nie so gut

Während sich der Nachwuchs auf dem grünen Rasen austobt, zieht Paul Merz zufrieden Bilanz – und das nicht nur, was diesen Sonntag betrifft. «In den letzten Jahren ist in Sachen gezielter Nachwuchsförderung im Sport, aber ganz speziell im Fussball, sehr viel gegangen, sei es durch die Sporttagesschule in Bürglen, die Future Champs Ostschweiz oder dem Torhüter Camp Thurgau», freut sich Merz am Rande des Spiels.

Und ein Nachlassen des Booms scheint nicht in Sicht: «Unsere Fussballvereine verzeichnen nach wie vor einen regen Zustrom bei den Kindern; schwierig wird es dann oft erst, wenn die Jungen und Mädchen in die Lehre kommen. Wird doch dann anderes auf einmal viel wichtiger», meint Merz.

Die Voraussetzungen, damit die Teenager «dranbleiben und durchhalten» waren jedoch noch nie so gut wie heute: «Mit den immer professionelleren Strukturen steigt auch die Motivation und die Leistungen werden immer besser, wovon die ganze Fussballfamilie profitiert».

Dennoch ist es für die jungen Talente noch ein sehr weiter Weg, bis sich vielleicht einmal der Traum vom Profi – sei es in St. Gallen, Wil oder anderswo – erfüllt: «Von 1000 schafft es vielleicht einer», meint Paul Merz.

 

Christof Lampart

bischofszell@thurgauerzeitung.ch


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