Tagblatt Online, 25. Juli 2012 01:36:00
«Ich wusste: Das ist es!»
Die Küche im alten Hausteil bleibt trotz Modernisierung erhalten. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))
HEFENHOFEN. Aus Liebe zu alten Häusern kauften Walter und Angelika Keller eine Liegenschaft in Chatzerüti. Sie renovieren das aus dem Jahr 1620 stammende Gebäude mit viel Umsicht.
RITA KOHN
Wenn Walter Keller vor seinem Haus in Chatzerüti steht, gerät er ins Schwärmen. «Das Haus wurde 1620 gebaut», sagt er und streicht sanft über die Jahreszahl am Türrahmen. Dass er und seine Frau Angelika im kleinen Hefenhofer Weiler Chatzerüti ein Bijou gefunden haben, erfüllt den Noch-Flawiler mit Stolz.
«Wir haben bewusst nach einem Haus im Thurgau Ausschau gehalten», erzählt Walter Keller. In den Weihnachtstagen ist Angelika Keller auf ein Inserat gestossen, wenige Tage später hat Walter Keller die angebotene Liegenschaft besichtigt. «Als ich in der alten Stube stand, wusste ich: Das ist es!» Dabei bot sich dem Interessenten alles andere als ein anziehendes Bild: Das Dach befand sich in einem desolaten Zustand, es tropfte durch mehrere Stockwerke hindurch bis in die grossen Töpfe, die in der alten Wohnstube standen. Davon liess sich der Liebhaber alter Bausubstanz jedoch nicht beirren. Zusammen mit Ehefrau Angelika entschied er sich, die Herausforderung mit diesem Haus anzunehmen.
Sofort gehandelt
Noch bevor er offiziell Besitzer des Hauses geworden war, handelte Walter Keller. «Wir deckten das Dach des alten Gebäudeteils mit Planen ab», schildert er. Damit hätten sie verhindert, dass weiter Wasser eindringen konnte.
In einer Sitzung mit der Denkmalpflege loteten Angelika und Walter Keller aus, welche Möglichkeiten zur Sanierung sie haben. «Wir wollten nicht planen, bevor wir die Rahmenbedingungen von Seiten der Denkmalpflege kennen», sagt Walter Keller. Er sei erstaunt gewesen, dass der Gebäudeteil von 1620 unter gewissen Bedingungen gar zum Abbruch freigegeben war.
Vieles erhalten
Seit dem ersten Gespräch mit der Denkmalpflege ist fast ein halbes Jahr vergangen. Inzwischen ist das desolate Dach nicht nur wieder dicht, sondern auch fachgerecht isoliert. Hier kam dem neuen Hausbesitzer sein Schwager zu Hilfe, der sich auf die Sanierung und erhaltende Renovation alter Bausubstanz versteht.
Vieles bleibt bei der Renovation erhalten. Schliesslich planen Walter und Angelika Keller, die Wohnung im Gebäudeteil von 1620 später als Ferienwohnung im Rahmen der Aktion «Ferien im Baudenkmal» anzubieten. Da soll auch möglichst viel vom ursprünglichen Gebäude noch zu sehen sein.
Alt und modern kombinieren
So verbunden sich Kellers mit dem alten Haus fühlen, so sind sie doch bereit, Zugeständnisse an die moderne Zeit zu machen. Dachgauben, eine Heizung in der Wand oder ein Schwimmteich im Spitz des barocken Bauerngartens – der muss gemäss Denkmalpflege erhalten bleiben – sind Zeugen davon.
Sobald der alte Hausteil renoviert ist, werden Kellers vorübergehend einziehen und sich daranmachen, den neueren Gebäudeteil zu sanieren, den sie schliesslich dann bewohnen werden.
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