Tagblatt Online, 02. August 2012 07:16:00
«Hier habe ich mich verliebt»
Fussballer Andy Egli hielt die Ansprache zum 1. August. (Bild: Bilder: Rita Kohn)
AMRISWIL. Der Schulhausplatz in Mühlebach bildete gestern abend das Zentrum von Amriswil. Rund 600 Gäste horchten den Worten des 1.-August-Festredners Andy Egli.
MAYA MUSSILIER
Andy Egli hat tiefe Wurzeln in Amriswil. Hier hat der ehemalige Profifussballer den Grundstein für seine Karriere gelegt. Im Alter zwischen 10 und 20 Jahren hat er für Amriswil gekickt und so manchen Spurt über den Rasen hingelegt. In Amriswil hat er auch seiner heutigen Ehefrau Silvana zugejubelt, als sie noch im Volleyballteam spielte. In der Turnhalle um die Ecke habe er sich in sie verliebt. Eine Freude für ihn also, der Einladung der CVP, welche in diesem Jahr die Feier organisierte, zu folgen und in der alten «Heimat» die Festrede zum Nationalfeiertag zu halten.
Fans aus allen Generationen
Auch wenn er schon länger nicht mehr auf Amriswils Fussballplatz zu sehen ist, ist Andy Egli nicht vergessen. Die Fans erschienen zahlreich am Autogrammtisch und diejenigen, die in der Reihe standen vereinten alle Generationen. So wollte die erst dreijährige Linda ebenso ein Autogramm, wie grössere Kinder, deren Eltern und Grosseltern.
Trotz des Andrangs zeigte der prominente Festredner keine Eile. Immer wieder hatte er so manch persönliches Wort für sein Gegenüber bereit. Und öfters bekam er wohl zu hören, dass er einst mit dem Vater des Autogrammjägers auf dem Feld gestanden hat.
Mit einer persönlichen Widmung und einem ebenfalls signierten Pentorama-Käppi – spendiert von der Stadt Amriswil – mischten sich die Autogrammjäger dann wieder ins Publikum. Dass ihm gerade diese persönlichen Kontakte wichtig sind, betonte Egli anschliessend auch in seiner von der Stadtharmonie Amriswil musikalisch eingeleiteten Festrede.
Extrem privilegiert
Kontakte zu fördern – egal, ob im Gespräch oder nur schon mit einem Lächeln –, seien ihm eine wichtige gesellschaftliche Vision, sagte Andy Egli. Es sei merkwürdig, wenn die wenigen Leute, die er auf dem Weg zum Zug antreffe, nur ins Leere starren würden.
Der ehemalige Fussball-Nationalspieler sprach von sportlichen, politischen und wirtschaftlichen Visionen. Etwa davon, was man erreichen kann, wenn man am gleichen Strick zieht. Oder davon, dass wir mit unserem demokratischen System «extrem privilegiert» sind. Dass eine wirtschaftliche Krise auch eine Chance bedeuten kann, wie er am eigenen Leibe erfahren habe.
Unterhaltung inklusive
Mit der Nationalhymne und dem Thurgauerlied wurde anschliessend in den zweiten Teil des Abends übergeleitet. Für Kurzweil sorgten die Auftritte der Kunstradfahrer Amriswil, des Damenturnvereins Oberaach und der Volkstanzgruppe Aachtal. Für die Kinder gab es über den ganzen früheren Abend verteilt Vorführungen des Gillionette Figurentheaters und nach dem Eindunkeln einen Lampionumzug.
Die grösseren Gäste konnten sich derweil durch die Jungmannschaft Hagenwil oder an der Bar verpflegen lassen. Seinen Höhepunkt fand die Amriswiler 1.-August-Feier schliesslich mit dem grossen Funken. Dieser feierliche Moment wurde von urchigen Alphornklängen begleitet.
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