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Tagblatt Online, 26. April 2012 01:08:00

«Hefenhofen ist eine Schatztruhe»

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In Erinnerungen schwelgend: Moderator Christian Mettler im Gespräch mit Noch-Gemeindeammann Priska Schwarz. (Bild: Helio Hickl)

HEFENHOFEN. Die Bürgerinnen und Bürger verabschiedeten Gemeindeammann Priska Schwarz an der Gemeindeversammlung mit Standing Ovations. Von allen Seiten gab es Lob für die scheidende Politikerin. Sie ihrerseits erklärte Hefenhofen ihre Liebe.

RITA KOHN

Nein, der Abschied fällt Gemeindeammann Priska Schwarz nicht leicht. Die sehr emotionale und liebevolle Verabschiedung im Rahmen der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend bewies eindrücklich, dass auch den Bürgern der Abschied nicht leichtfällt. Standing Ovations – lang anhaltend und lautstark – krönten die offizielle Verabschiedung.

Gerührt und bewegt nahm Priska Schwarz die Anerkennung entgegen. «Hefenhofen ist eine Schatztruhe», gab sie das Lob zurück. «Ich bin immer wieder überrascht über die vielen liebenswürdigen und interessanten Menschen, die hier leben.» Sie wünsche allen Einwohnerinnen und Einwohnern, dass sie den Deckel ihrer Schatztruhe hin und wieder anheben würden und stolz auf das seien, was sie darin vorfinden.

Eine Liebeserklärung

Sowohl das nicht nur ernstgemeinte Gespräch mit dem scheidenden Gemeindeoberhaupt, das der langjährige ehemalige Vize-Gemeindeammann Christian Mettler führte, als auch die Rede von Priska Schwarz zum Abschluss kamen einer gegenseitigen Liebeserklärung gleich.

«Ich bin froh, dass ich im Sommer 1998 die Zeitung gelesen habe», sagte Priska Schwarz. Damals stiess sie nämlich auf das Inserat, mittels dem Hefenhofen sich auf die Suche nach einem neuen Gemeindeammann machte. Aus drei Kandidierenden wurde die in St. Gallen lebende Aargauerin schliesslich gewählt. Und obwohl «Auswärtige» setzte sie sich gleich voller Elan für die Landgemeinde Hefenhofen ein. So sehr, dass «heute die Ortsbezeichnung Hefenhofen mit dem Namen Priska Schwarz gleichgesetzt wird», sagte Gemeinderat Christian Mannale.

Wahrgenommen werden

Tatsächlich habe das grosse Engagement von Priska Schwarz dazu geführt, dass Hefenhofen in alle regionalen Entscheide eingebunden sei und nicht mehr, wie früher oft vorgekommen, vor vollendete Tatsachen gestellt würde. Dafür habe sie stets gekämpft, gab Gemeindeammann Schwarz nicht ohne Genugtuung zu. Christian Mannale verglich sie mit dem Wappentier von Hefenhofen, mit dem Bären: «Sie hat bärenstark politisiert und manchmal wie eine Bärin für Hefenhofen gekämpft.» Dass nicht alle Anliegen der Politikerin vor dem Volk Gnade gefunden haben, schmälert den positiven Eindruck nicht, der am Dienstagabend nochmals von den beiden Moderatoren Christian Mettler und Christian Mannale unterstrichen wurde.

Vieles ist das letzte Mal

Es mute sie seltsam an, dass vieles, was sie aktuell tue das letzte Mal sei, bekannte Priska Schwarz. Sehr offen und unverkrampft stand sie Christian Mettler in einem höchstpersönlichen Interview Red und Antwort und amüsierte sich über die vielen kleinen Anekdoten, die dabei zum Vorschein kamen. Spätestens jetzt weiss die Gemeinde, dass ihr langjähriges Oberhaupt nicht nur gerne wandert, sondern auch Wind und Wetter trotzt, wenn es nötig ist, und nie davon träumte, einst in den Nationalrat einzuziehen.

Zum Abschied gab die Gemeinde ihrer «Frau Gemeindeammann» einen kleinen Reisekoffer mit auf den Weg. Denn die nächsten Wochen macht sich die Politikerin mit Hund Luna auf eine sehr lange Wanderung.




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