Tagblatt Online, 03. August 2012 07:44:00
Hans Stadelmann kühlt leidenschaftlich
Hans Stadelmann kontrolliert die Leitungen eines Verflüssigers, der ein ganzes System kühlen muss. (Bild: Manuel Nagel)
AMRISWIL. Seit 42 Jahren arbeitet Hans Stadelmann als Kältemonteur und sorgt für angenehm kühle Temperaturen am Arbeitsplatz anderer. Für ihn selber gilt dies jedoch nicht.
MANUEL NAGEL
Hans Stadelmann kühlt leidenschaftlich. So jedenfalls steht es auf dem Firmenwagen des Kältemonteurs aus Amriswil.
Im Gegensatz zum Pendant Heizungsmonteur, der vor allem im Winter viel zu tun hat, ist Hans Stadelmann besonders im Sommer gefragt. «Wir flicken aber nicht einfach Kühlschränke, wie viele Leute meinen», klärt der Chefmonteur der Firma Zengaffinen auf. Aktuell ist er im Restaurant Aachbrüggli in Erlen tätig, wo er ein ganzes Kühlsystem errichtet. Drei grosse Kühlschränke, ein Kühlraum und ein Tiefkühlraum sind unter anderem Teile dieses Systems. All diese Komponenten werden an zwei Kompressoren in einem Nebenraum angehängt.
Die Vorteile eines solchen Systems zeigt Stadelmann in der Küche, wo eine Kühlschublade bisher durch einen eigenen Motor gekühlt wurde. Damit verbunden sei natürlich eine Wärmeentwicklung. Das sei in einer Küche, wo es ohnehin schon sehr warm werde, nicht gerade von Vorteil. Zudem würde sich häufig Fett auf diesen Motoren ansetzen und diese anfällig auf Störungen machen.
PC-Serverräume nehmen zu
Stadelmann hat Erfahrung mit richtig grossen Systemen. Er war unter anderem dabei, als im Coop in Amriswil das Kühlsystem errichtet wurde. Solche Systeme in gewerblichen Bauten wie Restaurants oder Läden machen heute noch rund drei Viertel von Stadelmanns Arbeit aus. Bis vor zehn Jahren waren es rund 20 Prozent mehr, doch mittlerweile müssen immer mehr Wohnungen und Büroräume gekühlt werden. Von etwa fünf Prozent auf einen Viertel sei diese Sparte gewachsen, schätzt Stadelmann, und präzisiert: «Besonders Aufträge für PC-Serverräume und Attikawohnungen, die sich durch die Bauweise mit viel Glas sehr leicht aufheizen, haben enorm zugenommen.»
Kein gekühlter Arbeitsplatz
Doch wer nun glaubt, der 64-Jährige habe stets einen gekühlten Arbeitsplatz, der täuscht sich. Das Löten der Leitungen sei «eine grosse Büez», weiss Stadelmann, und auch die Kompressoren würden viel Wärme abgeben. Zudem müsse er häufig auf das Dach, wo die grossen Verflüssiger stehen. Gerade im Sommer könne das schon ziemlich heiss werden.
Seine Arbeit habe sich in den vergangenen 42 Jahren stark verändert, erinnert sich Stadelmann. Früher habe es noch keine solch komplexen Systeme gegeben, und auch die Wärmerückgewinnung kenne man erst seit 25 Jahren.
Ferien im kühlen Norden
Und wohin zieht es denn einen Kältemonteur in die Ferien? Hans Stadelmann verrät, dass er früher in den Süden gereist sei, doch mittlerweile bevorzuge er kältere Orte wie den Norden oder die Berge.
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