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St.Galler Tagblatt

St.Galler Tagblatt Online, 15. Mai 2012 07:53:00

Ein grosser Käfig voller Kicker

Nur wenig Besucher gab es beim ersten Streetsoccer-Turnier vor dem Pentorama. Den Jugendlichen machte es trotzdem Spass. (Bild: Gunhild Rübekeil)

AMRISWIL. Die beiden Jugendtreffs Yoyo Amriswil und OJA Erlen luden zum Streetsoccer-Turnier vor dem Pentorama ein. Für die teilnehmenden Jugendlichen ist ein solches Turnier eine gute Alternative zum rumhängen.

GUNHILD RÜBEKEIL

Auf dem Spielfeld wird es laut. War das ein Goal oder nicht? «Jetzt wird's interessant», murmelt Alexander Schell und schaut zu den Streitenden. Doch so schnell wie der Ärger aufgekommen ist, ist er auch beigelegt, und der Ball steht wieder im Mittelpunkt. 16 Jugendliche haben sich vor dem Pentorama eingefunden, um in Viererteams im Soccerkäfig gegeneinander anzutreten. Spielregeln und Teamzugehörigkeit bestimmten sie vor dem Anpfiff selber.

Jugendliche organisieren mit

«Das gehört zum Konzept», erklären Jugendarbeiter Alexander Schell vom Yoyo Amriswil und sein Kollege Daniel Preiser von der OJA Erlen. «Auch die Preise für Getränke und Essen haben alle gemeinsam festgelegt.» Die erste Brezel und einen Saft dazu gab es zum Sonderpreis – als Lohn für den Aufbau des Soccercourts.

Schell und Preiser haben das Amriswiler Turnier gemeinsam mit der Strassenliga Thurgau organisiert, eine Finanzspritze gab es von tarjv, der Thurgauer Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und -organisationen. Der Sieger darf im September am Thurgicup in Weinfelden teilnehmen, danach geht es weiter bis auf Bundes- und Europaebene: für die Jugendlichen – die meisten spielen beim FC Amriswil Fussball – ein zusätzlicher Ansporn.

Hoffnung auf Wiederholung

Den jungen Kickern gefällt die Atmosphäre vor dem Pentorama. «Es macht richtig Spass, hier zu spielen. Hoffentlich findet das Turnier öfter statt», erklären Liridon Kerellaj und Valerio Manzari. Ginge es nach Ardian Fetahu, könnte der Käfig sogar immer stehen bleiben. «Dann können wir auch ausserhalb der Trainingszeiten miteinander kicken.»

Lässig finden es die Jugendlichen auch, dass sie unter sich sind. Schell und Preiser halten sich im Hintergrund, verkaufen an einem kleinen Stand Obst, Brezeln und Getränke und achten darauf, dass die Musik nicht zu laut und der Abfall ordnungsgemäss entsorgt wird.

Auch wenn diesmal nur wenige Teilnehmer gekommen sind, planen Preiser und Schell eine Neuauflage in Amriswil oder in Erlen. «Vielleicht findet sich dann auch eine Mädchenmannschaft», hofft Schell, der für das Turnier auf Fussballplätzen und in Schulen geworben hatte. Dass sich kaum Zuschauer an die Bande verirren, bedauern die Jugendarbeiter allerdings. «Wir haben bewusst das Ortszentrum gewählt», erklärt Daniel Preiser, «weil wir mit dem Turnier Brennpunkte positiv besetzen wollen. Die Öffentlichkeit soll sehen, dass die Jugendlichen ganz in Ordnung sind.»

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