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Tagblatt Online, 19. Mai 2012 10:55:00

Ein «Glöggli» zieht weiter

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Viele gute Erinnerungen nimmt Marco Sanchez mit, wenn er morgen in seine Heimat zurückfliegt. (Bild: Bilder: Maya Mussilier)

AMRISWIL. Zwei Jahre hat der Texaner Marco Sanchez in St. Gallen gelebt und mit der Amriswiler Glöggli Clique Musik gemacht. Jetzt ist für ihn die Zeit gekommen, nach Hause zurückzukehren. Die Schweiz wird er in vielen Dingen vermissen.

MAYA MUSSILIER

Mit seinem lustigen Zwirbelschnäuzchen und seinem strahlenden Lachen fällt Marco Sanchez auch in der grossen Gruppe auf, sogar wenn er kostümiert mit der Glöggli Clique unterwegs ist. Die Auftritte mit der Amriswiler Guggenmusik werden ihm auf jeden Fall fehlen, wenn er morgen ins Flugzeug steigt und Richtung Heimat fliegt. Immerhin zwei Saisons lang hat er hier als Posaunist mitgespielt, dadurch viele Kontakte knüpfen können und gute Freunde gefunden. «Die Guggenmusik, wie sie in der Schweiz praktiziert wird, gibt es bei uns nicht», erzählt der 24-Jährige. Nur Marching Bands würden dort für Stimmung sorgen, dies aber in einem viel disziplinierteren Rahmen.

Viel Farbe und gute Laune

Wenn Marco Sanchez ursprünglich auch aus dem Bereich der Marching Band stammt, so hat er die Auftritte mit der Glöggli Clique doch besonders genossen. «Die Guggenmusik bringt viel Farbe und gute Laune mit. Durch die Kontakte habe ich sehr schnell Deutsch gelernt. Für mich ist es mehr eine soziale als eine musikalische Gruppe», schwärmt der gebürtige Texaner.

Er habe die Glöggli Clique im 2003 zum ersten Mal gehört, als er auf einem Kurzbesuch bei seinem Onkel – einem langjährigen Glöggli-Mitglied – gewesen sei. Es habe ihn schon damals fasziniert. Als Marco Sanchez vor zwei Jahren zu seinem Onkel in die Schweiz kam, war er deshalb sofort mit dabei, als ihn der Onkel fragte, ob er mitspielen wolle.

Auf den Spuren der Mutter

Nach Europa wollte Marco Sanchez nach seinem Studium, um die Familie seiner Mutter, einer gebürtigen Schweizerin, näher kennenzulernen. Was ihm in Europa gut gefällt ist, dass vieles in erreichbarer Nähe ist. «Die Distanzen in Amerika sind extrem viel grösser», sagt er. Andererseits habe er am Anfang dafür schon mal das Gefühl von Enge gehabt.

Schnell hat sich Marco Sanchez aber bei seinem Onkel und seiner Tante in St. Gallen eingelebt. Durch seinen Cousin konnte er als Autoaufbereiter arbeiten.

Die Kultur und der Säntis

Auf die Frage, was er wohl am meisten vermissen wird, fallen Marco Sanchez gleich mehrere Dinge ein: die Guggenmusik, das Raclette und Fondue oder die Kultur etwa. Der Texaner schwärmt vom Jodelkonzert von Oeschs, das er gehört hat. Fehlen wird ihm aber auch der Blick auf den Säntis, der ihn immer inspiriert hat. Bedauern äussert er zudem darüber, dass er nicht mehr in der Hip-hop- Brassband mitspielen kann, bei der er ebenfalls Mitglied war.




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