St.Galler Tagblatt Online, 13. März 2012 02:18:00
«Debora» steuert in Stadthafen
Das Alterspflegeheim Debora steht neu unter der Leitung von Dominique Nobel (2. v. l.). Der Amriswiler Stadtrat Erwin Tanner bildet mit den bisherigen Heimleitern Mine und Jakob Egli den Verwaltungsrat der Debora AG. (Bild: Nana do Carmo)
OBERAACH. Jakob und Mine Egli vom privaten Alterspflegeheim Debora treten kürzer. In einem ersten Schritt stellt die Stadt Amriswil Dienstleistungskapazitäten zur Verfügung. Der zweite Schritt wäre die Übernahme des Oberaacher Bijous Debora.
ROGER HÄNI
Heimleiter Jakob Egli ist erleichtert: Er kann guten Gewissens in den Ruhestand treten. Der Amriswiler Stadtrat hat beschlossen, sein privates Alterspflegeheim Debora zu unterstützen. Vorerst in Form von Dienstleistungskapazitäten. Konkret bedeutet das: Dominique Nobel (Heimleiter des städtischen Alters- und Pflegezentrums APZ) und Ruth Fontana (neue stellvertretende Leiterin Pflege und Betreuung des APZ) werden ab 1. April in leitenden Funktionen auch für das «Debora» tätig sein. Der ressortverantwortliche Stadtrat Erwin Tanner nimmt Einsitz im Verwaltungsrat der Debora AG.
30 Pflegeplätze sichern
Das Wohl der Heimbewohner sei der Stadt ein Anliegen, sagt Erwin Tanner. Würden Private das «Debora» kaufen, könnte womöglich der Profit im Vordergrund stehen, was zu verhindern sei. APZ-Leiter Dominique Nobel findet es wichtig, die 30 Pflegeplätze auf Amriswiler Gemeindegebiet zu sichern, zumal der Bedarf – nicht zuletzt wegen der früheren Entlassung von Patienten aus Spitälern – weiter zunimmt. Schon seit drei Jahren sei er mit Jakob Egli im Gespräch.
«Kleine Heime haben ein Überlebensproblem, wenn sie nicht an ein grösseres andocken», macht Nobel deutlich. Der administrative Aufwand für die 30 Bewohner des «Debora» sei unverhältnismässig gross geworden.
Familiären Charakter erhalten
Abgesehen davon, dass Jakob und Mine Egli sich künftig auf den Unterhalt der Liegenschaft und Gartenarbeiten beschränken möchten, bleibe das bisherige «Debora»-Team zusammen, sagt Erwin Tanner. Die Verantwortlichkeiten seien klar geregelt. Astrid Cavegn wird weiterhin die Funktion der stellvertretenden Heimleiterin ausüben. Dana Serafin ist Teamleiterin Pflege. Das gut 30köpfige Personal habe positiv auf die Annäherung an das städtische Alters- und Pflegezentrum reagiert, sagt Jakob Egli.
Erwin Tanners Ziel ist es, das Qualitätsdenken des «Debora» jenem des APZ anzugleichen. Dominique Nobel spricht in diesem Zusammenhang von einer Professionalisierung. Für ihn ist aber auch klar, dass der Charakter des kleinen, familiären Heims erhalten werden muss. «Die Bewohner des
Von der Lösung überzeugt
Die Preise der beiden Heime sind bereits heute fast identisch. Die Bewohner dürften vom Wechsel nicht viel merken, glaubt Jakob Egli, zumal sich das «Debora» stets am APZ orientiert habe. Der frisch Pensionierte schwärmt von der grossen Kompetenz Nobels und zeigt sich zuversichtlich, dass das «Debora» ein Bijou bleibt, auch wenn es mit seiner Frau Mine den «Sonnenschein» verliert. «Wir sind sehr überzeugt von der Lösung mit der Stadt», sagt Jakob Egli. Das «Debora» sei damit im sicheren Hafen.
Übernahme bis 2014 klären
In der ersten Phase wird Egli Verwaltungsratspräsident der Debora AG bleiben, sich aber aus dem operativen Bereich raushalten, wie er betont. Ob die Stadt Amriswil das Oberaacher Heim in einer zweiten Phase ganz übernimmt, ist noch offen. «Dieser Schritt ist nicht verpflichtend. Bis 2014 ist aber zu klären, ob wir ihn machen wollen», erklärt Erwin Tanner, der durchaus Synergiemöglichkeiten sieht.
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