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Tagblatt Online, 17. April 2012 01:04:00

Biessenhofen wird urban

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Die Einwohner von Biessenhofen können Vorschläge machen, wie die Strassen im Dorf künftig heissen sollen. (Bild: Rita Kohn)

BIESSENHOFEN. Die Biessenhofer Einwohner können bei der Stadt Vorschläge einreichen, wie ihre Strassen benannt werden sollen. Doch nicht alle möchten einen Strassennamen.

RITA KOHN

Die Möglichkeit, die die Stadt den Biessenhofern bietet, ist bestechend: Sie dürfen mitreden, wie ihre Strassen heissen sollen. Denn bis heute haben die Strassen in Biessenhofen keine Namen. Das führte in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen bei Rettungsdiensten und bei Postzustellungen.

Die Post war es auch, die an den Stadtrat gelangte und um eine eindeutige Bezeichnung der Strassen bat. Für den Stadtrat war klar, dass die Bevölkerung bei der Neubenennung mitreden solle. Im «amriswil aktuell» wurde deshalb ein Aufruf plaziert. Gleichzeitig lud der Stadtrat die Bevölkerung zum Informationsabend ein.

«Wir möchten Sie einladen, mit uns über die Neubenennung der Strassen nachzudenken», sagte Stadtrat Emil Rusch und legte den 26 Personen, die zur Information gekommen waren, einen Strassenplan vor.

Bleiben, wie es ist

Es zeigte sich, dass die Meinungen der Anwesenden darüber, was mit den Strassennamen geschehen soll, sehr auseinandergehen. Während einige für das Anliegen der Stadt Verständnis zeigten, wiesen andere das Ansinnen von sich. «Wieso kann es nicht bleiben, wie es ist?», fragte eine Anwohnerin. Als Neuzuzügerin habe sie eben erst Adressänderungen gemacht. «Trägt die Stadt die Kosten für eine erneute Adressänderung?»

Wenn schon eine Änderung, dann hätten einige am liebsten lediglich eine Einteilung in «Oberdorf», «Unterdorf» und «Hinterdorf». Das nämlich spiegle die alten Bezeichnungen wider. Damit stiessen die Biessenhofer bei Rolf Scheurer von der Stadtverwaltung auf offene Ohren. Er bekannte, dass er ein grosser Verfechter von Flurnamen sei. So würde er es etwa begrüssen, wenn das «Räbhüsli» als stehender Begriff in die Adresse der entsprechenden Liegenschaft einfliessen würde. «So bleiben die alten Namen erhalten», sagte Scheurer.

Vorschläge machen

Gegenüber den Vorschlägen, die am Informationsabend dann doch noch geäussert wurden, zeigten sich Stadtrat Emil Rusch und Rolf Scheurer offen. Mögliche Namen wie «Flugplatzstrasse», «Quartstrasse» oder «Kapellenweg» wurden von der Delegation aus dem Stadthaus aufgenommen. Noch während einigen Tagen werden nun Vorschläge gesammelt, dann will sich der Stadtrat an die Namenszuteilung machen. Entscheiden wird letztlich der Stadtrat.

Biessenhofen in Adresse

Diskussionen gab es darüber, ob und wie Biessenhofen in die Adresszeile einfliessen soll. Eine Abstimmung unter den Anwesenden ergab, dass die Adresse künftig lauten dürfte: Vor- und Nachname, Strassenname und Hausnummer, 8580 Biessenhofen. Eine vierzeilige Variante – bei der Biessenhofen in der dritten Zeile genannt worden wäre und danach Amriswil als Ortsbezeichnung stünde – wurde nur vereinzelt vorgezogen.

Auch die Anregung eines einzelnen, Biessenhofen bei Amriswil als Ortsbezeichnung zu wählen, fand wenig Gehör. Das sei zu lang und zu umständlich, befand die Mehrheit.




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