Strom vom Dach der Bitzihalle

BISCHOFSZELL ⋅ Fragen des Energieverbrauchs und der Energieeffizienz werden immer wichtiger. Die Rosenstadt lanciert daher das Projekt «Bitzi-Solar», Hauptwil-Gottshaus setzt auf eine intelligente Strassenbeleuchtung.
14. September 2017, 07:45

Das Hohelied auf Solarananlagen wird oft und gerne gesungen. Der umweltfreundliche Sonnenstrom gewinnt an Bedeutung, doch hat die Geschichte einen Haken: Längst nicht allen Haushalten ist es aus finanziellen oder baulichen Gründen möglich, eine eigene Solaranlage zu betreiben. Hier setzen die Technischen Gemeindebetriebe Bischofszell (TGB) mit ihrem nachhaltigen Projekt «Bitzi-Solar» an.

Dieses sieht die Installierung einer Solaranlage auf dem Dach der Bitzihalle vor. Die Modul- fläche wird 537 Quadratmeter betragen, der Jahresertrag soll bei rund 90000 kWh liegen. «Die Kunden im Versorgungsgebiet der TGB werden die Möglichkeit haben, sich zum einmaligen Pauschalpreis von 250 Franken pro Quadratmeter für die Dauer von 20 Jahren an der Anlage zu beteiligen», erklärt TGB-Geschäfts- leiter Thomas Hirt. Realisiert werde das Projekt ab einem Vorverkauf von 60 Prozent. Die Umsetzung ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Detaillierte Informationen erhalten Interessierte nächsten Samstag anlässlich der Energy Tour 2017. An diesem Tag beginnt auch der Vorverkauf.

Mit Fragen im Zusammenhang mit der Energiewende sieht sich naturgemäss die Pezag Elektro AG tagtäglich konfrontiert. Sie betreibt seit einem Jahr eine Stromtankstelle, die sich laut Yvonne Sutter grosser Beliebtheit erfreut. Als erste Privatfirma im Thurgau beteiligt sich der Betrieb heuer an der Energy Tour. Mit dabei sein wird bei dieser Veranstaltung auch Hauptwil-Gottshaus. Die Nachbargemeinde ist wie Bischofszell im Besitz des Labels «Energiestadt» und verfügt – gemessen an der Einwohnerzahl – bereits jetzt über eine relativ grosse Modulfläche für Foto- voltaikanlagen. Da Stillstand Rückschritt bedeutet, sind im nächsten Jahr im Bereich der Energieeffizienz weitere Mass- nahmen geplant. «Wir beginnen 2018 mit der Umstellung auf Smart Metering, einem System, das die bisherigen Strom- und Wasserzähler ablösen wird, und wir möchten die Kantonsstrassen mit einer modernen Strassenbeleuchtung ausrüsten, die imstande ist, das Licht bedarfsgerecht einzusetzen», kündigt Gemeindepräsident Matthias Gehring an.

 

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Energy Tour 2017

Samstag, 16. September, 10 bis 16 Uhr; Areal der Pezag Elektro AG, Eichenstrasse 3, Bischofszell.


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