Steuerfuss bleibt unverändert

NEUKIRCH A. D. THUR ⋅ Die Stimmbürger der Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg winkten das Budget 2018 ohne Wortmeldungen durch. Fragen stellten sie hingegen zu den beiden Kreditanträgen.
05. Dezember 2017, 05:19
Hannelore Bruderer

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Das Budget 2018 der Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg mit einer Gesamtsumme von rund 11 Millionen Franken und einem Aufwandüberschuss von 171 000 Franken ist genehmigt. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 59 Prozent. Treffen die Prognosen des Finanzplans ein, wird die Gemeinde die nächsten drei Jahre weitere Verluste einfahren. Diese würden sich jedoch unter 100 000 Franken bewegen und könnten durch das Eigenkapital abgefedert werden, erklärte Gemeindepräsident Heinz Keller. An der Gemeindeversammlung in der Turnhalle Neukirch nahmen 138 Stimmberechtigte teil, das entspricht einer Stimmbeteiligung von 6,8 Prozent.

Keine Mittel für eine Photovoltaikanlage

Die Volksschulgemeinde (VSG) Nollen beabsichtigt die Schulanlage Neukirch zu sanieren und einen Anbau für Gruppenräume zu realisieren. Zum Gesamtprojekt gehört auch die Sanierung der Turnhalle, die ebenfalls von der Bevölkerung und von verschiedenen Vereinen genutzt wird. Deshalb beteiligt sich die Gemeinde Kradolf-Schönenberg an der Sanierung der Turnhalle mit einem Beitrag von 300 000 Franken. Bevor diese Summe von den Stimmbürgern gutgeheissen wurde, meldete sich Raphaela Rebsamen von der Nachhaltigkeitskommission Kradolf-Schönenberg zu Wort. Sie forderte, dass ein Teil der Summe zweckgebunden für ein Nachhaltigkeitsprojekt eingesetzt werden müsse. Da per 1. Januar 2018 das revidierte Energiegesetz mit der Verpflichtung zur Energiewende in Kraft trete, sei es nicht verständlich, dass bei der Sanierung des Turnhallendachs nicht gleichzeitig eine Photovoltaikanlage erstellt werde, sagte Rebsamen. Von der VSG Nollen waren Präsidentin Maike Scherrer und Behördenmitglied Erwin Bischof als Gäste anwesend. Die Schule habe in den letzten Jahren grosse Investitionen in ihre Liegenschaften getätigt, erklärten sie. «Uns fehlen die finanziellen Mittel für eine Photovoltaikanlage in Neukirch. Wir könnten uns aber vorstellen, das Dach einem externen Betreiber einer solchen Anlage zur Verfügung zu stellen.» Eine fixe Zusage konnten die VSG-Vertreter nicht machen. Dies müssten die Stimmbürger ihrer Schulgemeinde entscheiden.

Gemeinde Sulgen beteiligt sich

Einstimmig ist der Investitionsbetrag von einer Million Franken für weitere Massnahmen, die einen langfristigen Schutz vor Hochwasser bieten sollen, gutgeheissen worden. Rund 643 950 Franken verbleiben nach Abzug der Beiträge von Kanton und Bund bei der Gemeinde. Für die Begleichung dieser Restsumme hatte der Gemeindepräsident gute Nachrichten. Als Mitbesitzerin des Tülebachs habe die Nachbarsgemeinde Sulgen einen Beitrag von 60 000 Franken an die Schutzmassnahmen gesprochen, ebenso habe die Mobiliar Versicherung aus ihrem Fonds für Präventionsprojekte einen Beitrag über 37 Prozent an den Restkosten bis maximal 150 000 Franken zugesichert, sagte Keller. Diese grosszügigen Gesten wurden von den Anwesenden mit einem spontanen Applaus gewürdigt. Beim Projekt Hochwasserschutzmassnahmen wurden einzig die hohen Kosten von 230 000 Franken zur Neophytenbekämpfung von einem Votanten hinterfragt. «Wir sind gesetzlich verpflichtet, Massnahmen gegen die Ausbreitung von Neophyten zu ergreifen», sagte Heinz Keller. Im Bereich des Tülebachs breitet sich der Japanische Knöterich aus. Bestände dieser Pflanze mit ihren unterirdischen Ausläufern machen Böschungen erosionsanfällig und stellen ein ernsthaftes Problem für den Hochwasserschutz dar.

«Zur Bekämpfung muss das Erdreich abgetragen, abgeführt und speziell entsorgt werden. Darauf fusst die Summe im Investitionsantrag», erklärte Keller. «Nun erfolgt die Bekämpfung mit einem neuen Verfahren. Die Pflanzen werden manuell entfernt und sollen mittels Anpflanzungen von Weiden an ihrem Wachstum gehindert werden. Wir hoffen, dass der veranschlagte Betrag so unterschritten werden kann.» Gesamthaft haben die Stimmbürger für das Jahr 2018 einer Investitionssumme von 2,625 Millionen zugestimmt.

Zwei neue Kradolfer Bürger

Ferner ist dem 23-jährigen Kauthaman Srikanthan und seinem 19-jährigen Bruder Sharaan Srikanthan aus Kradolf das Bürgerrecht erteilt worden.


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