Rätselraten

HAUPTWIL ⋅ Das Betreuungs- und Pflegezentrum im Schloss ist seit Sommer geschlossen. Die Entscheidung über den weiteren Verwendungszweck steht unmittelbar bevor.
26. Oktober 2017, 07:13
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Das im 17. Jahrhundert auf einer Terrasse am Südhang des Bischofs­bergs von der Familie Gonzenbach errichtete Schloss ist das Wahrzeichen von Hauptwil-Gottshaus. Entsprechend gross war vor einem Jahr in der Gemeinde die Aufregung, als die Nachricht von der bevorstehenden Schliessung des Betreuungs- und Pflegezentrums die Runde machte. Die Schloss Hauptwil AG, Betreiberin der Einrichtung, machte wirtschaftliche Gründe für den Rückzug geltend. Die Betriebsbewilligung lief Ende 2016 aus, der Kanton Thurgau gewährte jedoch eine halbjährige Verlängerung, um eine sozial verträgliche Lösung zu finden. Ende April wohnten noch vier Personen im Schloss, von den ursprünglich 58 Mitarbeitern wurden am Schluss noch deren acht beschäftigt.

In Absprache mit den zu­ständigen kantonalen und kommunalen Behörden wurde der Heimbetrieb termingerecht per 30. Juni eingestellt. «Da von der ersten Ankündigung bis zur Schliessung des Zentrums eine Vorlaufzeit von fast einem Jahr bestand, konnten die notwendigen Verlegungen respektive Umplatzierungen der Bewohner in Ruhe und begleitet durchgeführt werden», erklärt Peter di Gallo, Verwaltungsratspräsident der Schloss Hauptwil AG, welche zur Di-Gallo-Gruppe gehört.

Nichtsdestotrotz beschäftigt die Frage, was mit der Liegenschaft geschehen wird, seither den Gemeinderat und die Bevölkerung gleichermassen. Auf das Angebot, das Schloss zu erwerben, sind bisher weder der Kanton noch die Gemeinde einge­treten. «Über die künftige Verwendung dieser Immobilie wird der Verwaltungsrat der Di-Gallo-Gruppe Ende November an einer Strategiesitzung beraten», sagt Peter di Gallo. In welche Richtung das Pendel ausschlagen könnte, ist noch unklar. Peter di Gallo äussert sich diesbezüglich kryptisch: «Es gibt verschiedene Optionen.» Der aktuelle Wert des Anwesens werde momentan von Experten beurteilt.

Es gibt mehrere Nutzungsmöglichkeiten

Mit Interesse verfolgt Gemeindepräsident Matthias Gehring die Entwicklung. Er gibt zu bedenken, dass die Gemeinde nicht Eigentümerin der Liegenschaft sei und dem Gemeinderat somit die Hände gebunden seien. Er hoffe, dass das Schloss nicht allzu lange leerstehen wird. Es wäre jammerschade, so Gehring, wenn es verwahrlosen würde. Zumindest Letzteres muss nicht befürchtet werden, hat Peter di Gallo doch zugesagt, für die Pflege der Umgebung sowie den Unterhalt der Anlage bis zu einem Besitzerwechsel zu sorgen.

Gehring versichert, «dass der Gemeinderat alles daran setzen wird, um die beste Lösung für das Schloss und für die Gemeinde zu finden». Man sei für alle Vorschläge offen, die dem Dorf dienlich wären. Vorstellbar sei, das Schloss als Wohnraum zu nutzen. Interessant könnte das Gebäude nach Ansicht Gehrings auch für Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sein. Dies hätte den Vorteil, dass damit neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.


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