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AMRISWIL ⋅ Im Ortsmuseum stehen zwei Touchscreens zur Verfügung. Sie enthalten Informationen zu bedeutenden heimischen Persönlichkeiten oder zu Sonderausstellungen.
25. Oktober 2017, 07:20
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

«Wir Museumsleute gehen mit der Zeit», sagt Eugen Fahrni und lacht. Seit kurzem setzt das Museum auf interaktive Multimedia. Gleich zwei Touchscreens hat sich das Museum angeschafft. Rund 8000 Franken hat das Equipment gekostet. Hätte nicht das Museumsteam die Daten auf­bereitet, wäre die Anschaffung wesentlich teurer geworden, sagt Eugen Fahrni.

Entschieden hat sich das Museumsteam, zum einen die inzwischen wieder abgeräumte Sonderausstellung über den Burgstock in Biessenhofen für die Besucherinnen und Besucher aufzubreiten, zum anderen sind es drei bekannte Amriswiler Persönlichkeiten, deren Leben über den Touchscreen erzählt wird. Hier steht auch eine ganze Reihe von Ausstellungsgegenständen zur Verfügung, die zu den Geschichten passen. Da ein Teil davon Leihgaben sind, könnte es passieren, dass sie das Museum wieder verlassen. Dann stünde jedoch immer noch die bebilderte Geschichte über Touchscreen zur Verfügung.

Das neue Angebot wird gerne genutzt

Vor allem die Kinder und jungen Leute, die das Museum besuchen, haben die Touchscreens für sich entdeckt. Aber das Museumsteam kann beobachten, dass sie zunehmend auch von älteren Leuten genutzt werden. «Vielleicht sind hier die Berührungsängste noch grösser», sagt Eugen Fahrni. Allerdings würde das ­Angebot zunehmend auch von den Älteren genutzt. Das Echo ist positiv, die neuen Möglichkeiten eröffnen den Betrachtern eine ganz neue Welt. «Positiv ist das für uns auch, weil der Platz im Museum beschränkt ist.» Hier könne eine Fülle von Informa­tionen vermittelt werden, die sonst nicht greifbar wären, sobald eine Sonderausstellung vorbei ist.

Derzeit ist das Leben von drei Amriswiler Persönlichkeiten nachgezeichnet. Eugen Fahrni kann sich aber vorstellen, dass es hier mit der Zeit weitere Ergänzungen gibt. An Amriswiler Persönlichkeiten, deren Leben spannend zu erzählen ist, mangelt es laut ihm nicht. «Die Daten für die Touchscreens können jederzeit erweitert werden», sagt Fahrni.

Ausgeschlossen sei es auch nicht, dereinst weitere Geräte anzuschaffen. Doch lässt das Budget des Ortsmuseums keine grossen Sprünge zu. «Deshalb wollen wir uns erst mal über die beiden Geräte freuen, die wir anschaffen konnten.» Freude hat das Museumsteam nicht nur an den Touchscreens selber, sondern auch an den praktischen Möbeln, in die sie eingebaut sind. «Die hat Kurt Krattiger extra für uns entworfen und umgesetzt», sagt ­Eugen Fahrni erfreut. Lobende Worte hat er auch für die Historikerin Regula Wyss, die hinter der Entwicklung des Systems steckt, nach dem die Touchscreens aufgebaut sind. «Man merkt, dass sie ihr Handwerk versteht.» Die Bedienung sei einfach und logisch aufgebaut.


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