Pädagogisches Profil gibt die Richtung vor

GOTTSHAUS ⋅ Die Behörde der Volksschulgemeinde Bischofszell will die Sanierung und den Umbau der Schulanlage auf dem Hoferberg fortsetzen. Über den nötigen Kredit werden die Stimmbürger an der Urne entscheiden.
06. November 2017, 07:31
georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

An der Notwendigkeit des Sanierungs- und Umbauprojekts lässt Schulpräsidentin Corinna Pasche-Strasser keinen Zweifel aufkommen: «Angesichts der steigenden Schülerzahlen müssen wir danach trachten, den vorhandenen Schulraum optimal zu nutzen.» Nur so werde es möglich sein, das spezifische pädagogische Profil der Schulanlage Gottshaus bei- zubehalten. Ein erster Schritt sei ­getan, sagt Pasche unter Hinweis auf die inzwischen ausgeführte erste Etappe. Nun soll die zweite und letzte folgen, für welche die Volksschulbehörde einen Kreditantrag in Höhe von 1,25 Millionen Franken stellt. Die gemäss Gemeindeordnung erforderliche Urnenabstimmung findet am 26. November statt.

Schulleiterin Brigitte Fäh erklärt, wie in der Schulanlage Gottshaus seit rund einem Jahrzehnt gelehrt wird: «In der Unter- und Mittelstufe unterrichten die Lehrpersonen die Kinder in altersdurchmischten Abteilungen im Dreiklassensystem.» Selbstgesteuertes, selbstverantwort­liches Lernen stelle einen wichtigen Grundsatz des Konzepts dar. Das Abweichen vom Frontalunterricht erfordere allerdings eine andere Raumaufteilung.

Man sei von der Mehrklassenschule, bei der die Kinder einer Abteilung als Einheit von zwei bis drei Klassenlehrpersonen im Teamteaching unterrichtet und begleitet werden, überzeugt, betont Brigitte Fäh. Das bewährte Konzept solle daher beibehalten werden, auch wenn dies bedeute, dass teilweise bis zu 30 Kinder einer Abteilung angehören. Um den altersdurchmischten Unterricht auch bei den prognostizierten höheren Schülerzahlen weiterhin anbieten zu können, seien die geplanten Umbauten unverzichtbar, sagt die Schulleiterin.

Zeitgemässe Bedingungen auch für Lehrpersonen

«Im Rahmen der Gesamtsanierung wird eine zukunftsorien­tierte Raumaufteilung der ganzen Schulanlage ins Auge gefasst», betont die Schulpräsidentin. Sie gibt zu bedenken, dass etwa die Räume in der alten Wohnung im zweiten Obergeschoss des Kindergartengebäudes derzeit kaum sinnvoll genutzt werden könnten. Ein Umbau und eine Sanierung dieser Wohnung seien dringend ­nötig. Als weiteres Manko nennt Corinna Pasche-Strasser den sehr kleinen und engen Arbeitsbereich für die Lehrerinnen und die übrigen Mitarbeitenden. Mit dem Umbau könnten zeitgemässe Räume geschaffen werden.

Das Projekt beinhaltet nach den Worten von Liegenschaftenverwalter Roger Rohner den Abbruch bestehender Trennwände im Erweiterungsbau (Baujahr 1986) sowie im Kindergarten- gebäude (Baujahr 1914). So ent- stünden die benötigten grösseren Räume. Im Schulhaus (Baujahr 1968) werden laut Rohner die Innentüren und das Treppen­geländer ersetzt, teilweise auch die Wandschränke und die Bodenbeläge. Wände und Decken erhielten einen neuen Anstrich. Vorgesehen sei auch, die Haustechnik zu modernisieren, das Schulleitungsbüro neu einzu- richten und das Mobiliar in den Klassenzimmern zu ergänzen.

Ein halbes Jahr Zeit für die zweite Etappe

Rohner weist darauf hin, dass neben diversen baulichen Anpassungen auch energetische Massnahmen wie die Ersetzung der Fenster im Erweiterungsbau, die Dämmung der Turnhallendecke und die Anschaffung energie­effizienter LED-Leuchten geplant sind. Verzichten werde man hingegen auf die Dämmung der Schulhaus-Aussenwände. «Angesichts der grossen Fenster­flächen wäre das nicht sinnvoll», erklärt Rohner. Wenn die Stimmbürger das Kreditbegehren gutheissen, dann können die Arbeiten in der Zeit von Mai bis Oktober 2018 ausgeführt werden.

 

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Informationsveranstaltung

Mittwoch, 8. November, 19.30 Uhr; Turnhalle Hoferberg, Gottshaus.


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