Kulturveranstalter feiert Zehnjähriges

HELDSWIL ⋅ Die Gruppe "kultur.religion kapelle heldswil" feiert in diesem Jahr ihr 10-Jahr-Jubiläum. Ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken und sich über die Zukunft Gedanken zu machen.
09. Februar 2018, 05:19
Hannelore Bruderer

Hannelore Bruderert

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Am Konzept mit drei Anlässen am frühen Sonntagabend, verteilt auf das Jahr, und einer Kulturwoche mit Ausstellung und Bastelzelt im November ist nie gerüttelt worden. Wozu auch? Die Anlässe von "kultur.religion kapelle heldswil" waren von Anfang an ein Erfolg. Das schmucke kleine Gotteshaus in Heldswil, in dem regelmässig Gottesdienste stattfinden, gehört zur Pfarrei St. Peter und Paul. "Mit den Kulturanlässen wollten wir diesen Standort ausserhalb der Zentren Sulgen und Bürglen unserer Kirchgemeinde stärker beleben", sagt Stefan Fischer.

Zusammen mit Silvia Hug, Karin Schenk und Daniel Ebnöther gehört Stefan Fischer zum Kernteam, das die Kulturanlässe in der Kapelle organisiert. Sie werden von treuen Helferinnen und Helfern unterstützt, viele davon sind ebenfalls seit der Gründungszeit dabei. Zum Konzept gehört auch, dass die Gruppe lokalen Künstlern eine Plattform bietet, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren und dafür eine Gage bekommen. "Anfangs dachten wir, dass das Potenzial lokaler Kulturschaffender bald erschöpft sein wird. Doch wir können unser Jahresprogramm auch heute noch nach diesem Grundsatz gestalten, ohne dass wir uns gross wiederholen müssen", sagt Daniel Ebnöther.
 

Auf ein treues Publikum zählen

Dass die Personen, die in der Kapelle einen Auftritt haben oder dort ausstellen, in der Region bekannt sind, ist sicher mit ein Grund, weshalb die Veranstaltungsreihe in der Kapelle Heldswil fast immer gut besucht ist. Im Laufe der Jahre hat sich ein treues Stammpublikum gebildet, das sich auch auf Neues einlässt. Stefan Fischer erinnert sich lebhaft an die Lesung des Autors Lorenz Marti im Jahr 2015. Marti beleuchtete die Erd- und Menschheitsgeschichte aus naturwissenschaftlicher und spiritueller Sicht. "Wir wussten nicht, ob dieses komplexe Thema eines Autors aus Bern überhaupt interessierte und waren vom Publikumsaufmarsch völlig überrascht." Dass ein Anlass nur mässig besucht wird, kommt selten vor. Meist liege es dann daran, dass zeitgleich weitere Veranstaltungen in der Region stattfänden, sagt Karin Schenk. Die Grenzen, welche Art von Kultur gezeigt wird, sind weit gesteckt. "Es muss zum speziellen Ambiente in der Kapelle passen", erklärt Silvia Hug. "Vom Raum her sind wir allerdings eingeschränkt. So hatten wir zum Beispiel noch nie eine Tanzvorführung."

In diesem Jahr bereitet sich die Gruppe auf personelle Veränderungen vor. Stefan Fischer und Daniel Ebnöther planen ihren Ausstieg auf nächstes Jahr. "Wir haben erste Gespräche mit Interessierten geführt, möchten unsere Aufgaben langsam übergeben und unsere Nachfolger in der ersten Zeit begleiten", sagt Stefan Fischer. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das vierköpfige Kernteam erweitert wird. Personen mit Interesse am kulturellen Bereich können sich bei den Teammitgliedern melden oder per Mail unter karinschenk@bluewin.ch Kontakt aufnehmen.