Noch alles im grünen Bereich

SITTERDORF ⋅ Gemeindepräsidentin Heidi Grau beurteilt die finanziellen Perspektiven vorsichtig optimistisch. Die Gemeindeversammlung hat das defizitäre Budget 2018 oppositionslos genehmigt.
24. November 2017, 07:28
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Mit spektakulären Traktanden konnte die Gemeindeversammlung vom Mittwochabend nicht aufwarten, und so fanden sich in der Mehrzweckhalle von Zihlschlacht vor allem solche Leute ein, die Interesse an den Gemeindefinanzen zeigen. Es waren 64 von insgesamt 1598 Stimmberechtigten, was einer Beteiligung von 4 Prozent entspricht.

Gemeindepräsidentin Heidi Grau spannte die Versammlungsbesucher nicht auf die Folter, sondern legte die Karten gleich auf den Tisch. «Wie schon in den letzten Jahren erhöht sich die Restfinanzierung der stationären Pflegeversorgung erneut», sagte Grau und gab weiter bekannt, dass sich die Aufwendungen für die «Gesetzliche wirtschaftliche Hilfe», die frühere Sozialhilfe, nochmals erhöhten. Ins Gewicht fallen würden aber auch rund 350000 Franken für den Strassenunterhalt. Wegen der neuen Vorschriften für die Rechnungslegung seien diese direkt der ­Erfolgsrechnung zu belasten.

Gemeinderat erwartet höhere Steuererträge

Die genannten negativen Faktoren seien kaum beeinflussbar und führten im Budget 2018 zu einem Verlust von 153540 Franken, erklärte die Gemeindepräsidentin. Sollte der Trend anhalten, bestehe die Gefahr eines strukturellen Defizits, sofern sich der Steuerertrag nicht auch entsprechend erhöhe. Heidi Grau wies darauf hin, dass der nach wie vor grosse Abschreibungsbedarf für frühere Strassensanierungen und die werterhaltenden Massnahmen am kommunalen Strassennetz die Erfolgsrechnung ebenfalls erheblich belasten würden. Erfreulich sei hingegen das Wachstum beim Steuerertrag. Dieser Umstand habe es dem Gemeinderat erlaubt, erneut höhere Einnahmen zu budgetieren und damit das Defizit in einer vertretbaren Grössenordnung zu halten.

Heidi Grau gab zu verstehen, dass die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf finanziell nach wie vor gut aufgestellt ist. Die Nettoverschuldung steige – nicht zuletzt wegen des Kaufs des ehemaligen Bankgebäudes – zwar etwas an, doch um den Steuerfuss müsse man sich nicht sorgen. Nach Ansicht des Gemeinderates könne dieser bei 55 Prozent bleiben, ­zumal zur Deckung des budgetierten Defizits genügend Eigenkapital zur Verfügung stehe. Die Gemeindepräsidentin geht davon aus, dass dieses in den nächsten Jahren auf einem konstanten Niveau gehalten werden kann.

Auch der Blick auf den Selbstfinanzierungsgrad stimmt Heidi Grau zuversichtlich. Im Sechs-Jahres-Schnitt liege dieser noch über 100 Prozent, womit man gut unterwegs sei. Nach diesen Ausführungen genehmigte die Versammlung das Budget und den Steuerfuss für 2018 diskussionslos und ohne Gegenstimmen.


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