Kopfüber

AMRISWIL ⋅ Der Tanz- und Sportverein Co-Dance USA verzauberte über 1000 Zuschauer mit einer beeindruckenden sowie waghalsigen Show im Pentorama.
23. Mai 2017, 05:18
Sara Carracedo

Sara Carracedo

amriswil

@thurgauerzeitung.ch

Nur noch wenige Minuten, bis die grosse Show beginnt. Die Gäste treffen in Scharen im Pentorama ein und im Nu sind die 800 Stühle belegt. Es sind weitaus mehr Besucher als erwartet. Nervös huschen vereinzelt Turnerinnen und Tänzerinnen der Co-Dance Truppe umher und machen sich für ihren Auftritt bereit. Die verbleibenden Gäste ohne Sitzplatz machen es sich unterdessen auf dem Boden oder der Wand entlang bequem, bis der Vorhang auf- und es energiegeladen zur Sache geht.

Trotz Sommerwetter eine volle Halle

Trotz stahlblauen Himmels und sommerlicher Temperaturen wollten über 1000 Zuschauer sich den Jahresanlass des Tanz- und Sportvereins Co-Dance USA (Uttwil, Sommeri und Amriswil) nicht entgehen lassen. Von den Kleinsten der Gruppe CoDance Kids1 bis zur Showgruppe Co-Dancers zeigte der 107-köpfige Verein ein abwechslungsreiches Programm, welches unter dem Motto «Co-Dance Energy in Motion» stand. Und diesem machten sie aller Ehre, denn zu Stücken wie «No» von Meghan Trainor oder «That Power» von Justin Bieber wirbelten, tanzten und flogen die Mädchen über die Bühne.

Die Twingruppe stellte mit ihrer Darbietung zum Titel «Starlight» von Regency Philharmonic unter Beweis, dass sie sich auch zu ruhiger Musik akrobatisch bewegen können. In blauen Tüchern, welche von der Deckenmitte der Halle nach unten ragten, hangen sie – im wahrsten Sinne des Wortes – elegant über den Köpfen der Zuschauer.

Vertikaltuchakrobatik, nennt sich die Disziplin, bei welcher die Turnerinnen sich ungesichert in die Tücher wickeln, einhängen und sich hin und her schwingen und drehen. Dabei bewegen sich die Darstellerinnen scheinbar fliegend durch die Luft, während sie von einer akrobatischen Pose zur nächsten wandern. Was federleicht aussieht, ist anstrengend und schweisstreibend, sagt Mediensprecherin Angela Graf: «Für diese Darbietung benötigt man viel Muskeln in den Armen, um sich selber halten und hochziehen zu können. Es ist nicht jedermanns Sache, einige Metern über dem Boden zu performen.» Bis die Bewegungen und Positionen alle richtig sitzen, üben die Turnerinnen rund fünf Monate. Es ist mitunter eine der schwierigsten Übungen und gleichzeitig auch die Hauptattraktion. Doch bis heute sei noch nichts Schlimmes passiert, versichert Graf: «Die Akrobatinnen werden von dicken Matten am Boden aufgefangen, falls es zum Sturz kommen sollte.»

Mit breitem Lachen auf der Bühne

Für Corina Diem aus Amriswil ist das Vertikaltuch nichts: «Ich mache lieber Flickflacks und Übungen auf dem Boden», sagt die 12-Jährige. Seit acht Jahren sei sie dabei, tobe sich einmal die Woche im Botu1, eine Bodenturngruppe für besonders begabte Bodenturnerinnen, und im Akro4, der zweitgrössten Akrobatik-Gruppe von Co-Dance, aus. Dass die Mädchen auf der Bühne sichtlich Spass hatten, konnten auch die Zuschauer der hintersten Reihe feststellen. Mit breitem Lachen im Gesicht tanzten sie eine Stunde lang und ernteten nach jeder Nummer tosenden Applaus.


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