Klassik trifft Blasmusik

AMRISWIL ⋅ Klavier, Orgel, Dudelsack und ein Blasorchester: Die Stadtharmonie begeisterte mit einem einzigartigen und festlichen Konzert.
19. Dezember 2017, 05:17

Leonard Bernstein sei einst gefragt worden, wie man angesichts der Grausamkeiten dieser Welt reagieren könnte. Seine Antwort: Schönheit, die Musik, in die Welt hinaus tragen. Genau dies tat die Stadtharmonie Amriswil am Sonntagabend mit einem festlichen Konzert in der voll besetzten katholischen Kirche in Amriswil. Fulminant eröffneten die Musikantinnen und Musikanten unter der Leitung ihres temperamentvollen Dirigenten Jordi Bertran-Sastre mit der Ouvertüre aus der «Fledermaus» von Johann Strauss. Ein Hörgenuss, präzise und ausdrucksstark interpretiert, wundervoll, wie sich Oboe und Trompete die Melodien zuspielten. Der Auftakt war mehr als gelungen.

Herausragende Solisten

Für die Stadtharmonie ist das vorweihnachtliche Konzert im Rahmen der «Amriswiler Konzerte» jeweils der Höhepunkt im Vereinsjahr. Die Musikantinnen und Musikanten haben den Ehrgeiz dieses Konzert immer wieder einmalig zu gestalten. Dies dürfte sich herumgesprochen haben, angesichts des grossen Besucheraufmarsches.

Zur Einzigartigkeit dieses Konzertes am Sonntag haben herausragende Solisten beigetragen. Virtuos spielte die Pianistin Barbara Swanepoel-Kreis aus Hefenhofen das «Concerto Fantastico» für Klavier und Blasorchester, arrangiert von John Glenesk Mortimer, welches 18 der berühmtesten Melodien beinhaltet.

Im «Finale aus der Sinfonie No. 3» von Camille Saint-Saens zeigte Organist Thomas Haubrich, wie einzigartig sich die Königin der Instrumente auch in ein Blasorchester einbringen kann – oder umgekehrt, wie ein Blasorchester sich klassischer Musikliteratur ausdrucksstark hingeben kann. Thomas Haubrich, künstlerischer Leiter der «Amriswiler Konzerte», brachte sich nicht nur als Orgel-Solist ein, sondern moderiert zugleich sympathisch durch das Konzertprogramm.

Festliche Klänge ertönten mit der Jupiter Hymn oder mit dem Choral «Caro mio ben» und mit «In Memorial» von Bert Appermont wurde der Opfer der Terror-Opfer gedacht. Gänsehaut-Feeling gab es zum Abschluss mit «Highland Cathedral», bei welchem Pipe Sergeant Daniel Germann und seine Frau Belinda den Solopart auf ihren Dudelsäcken übernahmen. Die rund 500 Zuhörerinnen und Zuhörer bedankten sich mit einer «Standing Ovation», einem nicht endend wollenden Applaus und natürlich einer Zugabe.

«Was wäre ein Konzert ohne solche Solisten», dankte Stefan Looser, Präsident der Stadtharmonie allen Beteiligten für dieses einzigartige Musikerlebnis.

 

Barbara Hettich

amriswil@thurgauerzeitung.ch