Kabinett der Unikate

HALDEN ⋅ Während fünf Tagen stellt Ruth Rüegg ihr Kunstschaffen der Öffentlichkeit vor. Sie tut das bei sich zu Hause, denn der Wohnraum dient zugleich als Atelier.
23. November 2017, 08:03

Die Herzlichkeit der Gastgeberin und das breite Spektrum an Exponaten machen den Besuch bei Ruth Rüegg zu einem unvergesslichen Erlebnis. Unzählige Bilder sowie zahlreiche Möbel, Skulp- turen und Schmuckstücke präsentiert die 73-Jährige in ihrem Wohnhaus in Halden, wo sie sich im Jahr 1972 niedergelassen hat. Das kleine Dorf an der Thur ist zur unverzichtbaren Inspirationsquelle geworden. «In einer Stadt wäre wohl vieles leichter», räumt Ruth Rüegg ein, doch ob sie dort die gleiche Kreativität entwickeln könnte, sei zweifelhaft.

Dass man als Gast nie den Eindruck bekommt, sich in einem Museum zu befinden, ist dem Gestaltungstalent der Künstlerin geschuldet. Unbekannten Einlass zu gewähren, sei für sie kein Problem, versichert Ruth Rüegg: «Es freut mich, fremde Leute bei mir begrüssen und kennen lernen zu dürfen.» Und so bekommen Besucher einen authentischen Eindruck davon, wie Ruth Rüegg in Halden lebt und arbeitet.

Begonnen hat Ruth Rüegg als Handtöpferin. Dann erweiterte sie ihr künstlerisches Tätigkeitsfeld um die Bereiche Malerei, Möbel, Schmuck und Inneneinrichtung. Einer Maxime ist sie dabei treu geblieben: Alles, was unter ihren Händen entsteht, darf für sich in Anspruch nehmen, ein Einzelstück zu sein. «Ich habe so viele Ideen, weshalb soll ich dann Dinge in Serien herstellen?», sagt die Künstlerin.

Ruth Rüegg hat eine grosse Meisterschaft darin entwickelt, Ästhetik und Funktionalität, diese beiden oft konkurrierenden Kriterien, zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen – ungeachtet dessen, ob es sich um ein Kunstwerk oder um einen Gebrauchsgegenstand handelt.

 

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Öffnungszeiten

Donnerstag, 23., bis Montag, 27. November, jeweils von 14 bis 22 Uhr; Dorfstrasse 16, Halden.


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