Jetzt steigt der Wasserpreis

AMRISWIL ⋅ Die Bevölkerung wird künftig etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Erhöhung kommt allerdings nicht unerwartet.
21. November 2017, 06:50
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn

@thurgauerzeitung.ch

Zweimal in jüngerer Zeit platzte eine Reservoirleitung und richtete grösseren Schaden an. Beide Vorfälle zwangen die Regio Energie Amriswil (REA) zum Handeln. Früher als geplant müssen die betroffenen Leitungs­abschnitte saniert werden. «Wir haben einen grossen Investitionsbedarf», bestätigt REA-Geschäftsleiter Karl Spiess. Grund für die frühzeitige Alterung der Leitungen sei unter anderem die Elektrokorrosion. «Früher wurden die Wasserleitungen bei Gebäuden als Erdung benutzt», ­erklärt Karl Spiess. Die rege Bautätigkeit und damit starke Beanspruchung haben zu Schäden geführt. «Inzwischen darf die Leitung nicht mehr dafür genutzt werden.»

Die Investitionen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Rund 10 Millionen Franken Schulden haben sich angehäuft. «Der Wasserpreis war schon seit langem zu tief», sagt Karl Spiess. Weil der Preis jedoch ein Politikum sei, sei eine Erhöhung bisher nicht umgesetzt worden. Nun würde sie sich aber kaum mehr aufschieben lassen.

20 Prozent mehr für den Kubikmeter

Der neue Wasserpreis wird für die Haushaltungen zwar zu verkraften, aber doch spürbar sein. Denn der Kubikmeterpreis steigt um rund 20 Prozent an. «Wir planen eine Erhöhung von 1.45 auf 1.80 Franken», sagt Karl Spiess. Das Ziel ist die Umsetzung auf den 1. Januar 2018. Der Stadtrat wird in nächster Zeit über den neuen Tarif entscheiden.

Nicht nur, weil es zu Schäden gekommen ist, sondern auch, weil die fremdbestimmten Strassenbauvorhaben den Terminplan angeben, sind die Investitionen nicht aufschiebbar. «Wenn der Kanton beschliesst, eine Strasse zu sanieren, müssen wir mitziehen, ob wir das schon geplant hatten oder nicht», sagt Karl Spiess.Auch für das kommende Jahr plant der Kanton eine Strassensanierung: Hier sind die Wasserleitungen jedoch schon zu einem früheren Zeitpunkt saniert worden.

Es ist aber nicht nur der Ersatz des in die Jahre gekommenen Leitungsnetzes, der in den kommenden Jahren als Investition zu Buche schlägt. Die Stadt Amriswil soll auch eine neue Wasserfassung für das Seewasserwerk in Kesswil bekommen. Diese wird das Wasser aus Qualitätsgründen weiter draussen im See fassen.

Noch verschont von einer Erhöhung sind die Abwassergebühren. Gemäss Rolf Scheurer ist vorläufig in diesem Bereich noch keine Gebührenanpassung erforderlich.


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