In Schlittschuhen an die Theke

Urs Schmidhauser betreibt dieses Jahr während «Amriswil on Ice» das Restaurant Eisbrecher. Er setzt dabei auf Alphüttenfeeling, einfache Speisen sowie auf sein bewährtes Team von der «Hafenlounge».
22. November 2017, 06:59
Manuel Nagel

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

Der Kontrast ist gross. Beim letzten «Amriswil on Ice» vor zwei Jahren wurden die Tische teilweise weiss eingedeckt. Das wird es heuer bei Urs Schmidhauser nicht geben. Im Juni erfuhr er, dass er mit seinem Konzept ausgewählt wurde, um die Amriswiler Eisläufer bei der fünften Ausgabe zu verpflegen.

Das Restaurant Eisbrecher verwandelt sich heuer in eine Alphütte. Es sei ja bisher schon immer so angehaucht gewesen mit den Schwartenbrettern, sagt Schmidhauser. Doch der Betreiber der «Hafenlounge» führt dies nun konsequent zu Ende. «Von der Einrichtung ist es nun wirklich eine Alphütte. Die Details waren für mich sehr wichtig.» So werden die Besucher auf Holzstühlen mit ausgeschnitzten Herzen sitzen und die Tischtücher sind nicht weiss, sondern rot-weiss kariert. Und auf die Bar ist Schmidhauser besonders stolz, weil die aufgrund seiner Idee ­eigens für ihn angefertigt wurde.

Eine Bar nach seinen Vorstellungen

Als Schmidhauser im August bei seinem Lieferanten das Alphüttenmobiliar bestellte, fragte er auch nach einer «Schiiterbiig»-Bar, die er andernorts gesehen hatte. Der Lieferant hatte jedoch nur eine gewöhnliche Holzbar, nahm aber Schmidhausers Idee auf und rüstete den alten Tresen um, indem er ihn mit Rundholzscheiben beklebte. Die Bar wurde also sozusagen eigens für den «Eisbrecher» hergestellt.

Bereits vor zwei Jahren hatte Urs Schmidhauser das Konzept der Alphütte eingereicht, kam jedoch noch nicht zum Zug. Dass es nun geklappt hat, freut ihn besonders, weil er hier viele Leute kennt und von diesen schon oft darauf angesprochen wurde. «Damit steigt natürlich auch der Erwartungsdruck», meint er.

Eigentlich wollte Schmidhauser, der im Sommer die «Hafenlounge» in Romanshorn betreibt, diesen Winter kein Projekt umsetzen. Der «Eisbrecher» bringt ihn nun um seine Weihnachtsferien, wie Schmidhauser lachend bestätigt. Er schiebt jedoch nach, dass es die perfekte Kombination zur «Hafenlounge» sei. Auch sein Team bringt er von dort mit nach Amriswil – «und den riesigen, sechs Meter langen Tisch», sagt der Gastronom. 24 Leute würden dasitzen können, und er soll auch im «Eisbrecher» zu einem Treffpunkt werden.

«Bei uns soll sich die ganze Bevölkerung wohlfühlen», sagt Schmidhauser. Das will er mit der Menukarte unterstreichen. Er findet: «Lieber eine einfache Karte, als sich in komplizierten Sachen zu verheddern.» Ghackets mit Hörnli, Chässpätzli, Schnitzel mit Pommes frites, Spaghetti, Pouletgeschnetzeltes und Rindsfilet stehen da drauf. Das Angebot sei auf jene zugeschnitten, die eislaufen und schnell ihren Hunger stillen wollen.

Frischluftfondue und ein zweiter Eingang

Für diejenigen, welche es noch pressanter haben, wartet Schmidhauser mit einer Neuerung auf. Es gibt eine zweite Türe, wo man direkt zu einem separaten Buffet gelangt. Zuerst sei eine Klappe geplant gewesen, sagt Schmidhauser. Davon sei man abgewichen, weil es dann keinen Windfang gehabt und so dauernd Durchzug geherrscht hätte.

Nun kann man also ohne die Schlittschuhe auszuziehen und durch das ganze Restaurant zu laufen eine Portion Pommes bestellen und dann an einem der sechs Stehtische essen. Ausserdem gibt es noch Raclette, Wienerli und Gerstensuppe. Speziell ist auch das Frischluftfondue, welches die ganze Woche zu jeder Zeit angeboten wird – aber nur draussen. Im Restaurant drin gibt es den flüssigen Käse nur am Mittwochabend. «Gerade wenn eine gesellige Gruppe am Samstagnachmittag kommt und Lust auf ein Fondue hat, so ist das nun möglich», sagt Schmidhauser.

Bedenken, dass dieser Alphüttenstil sich totgelaufen habe, hat er nicht. «Die Leute lieben diese Ungezwungenheit, wo man es lustig haben kann.» Er habe gehört, dass die weissen Tischtücher vor zwei Jahren viele Leute auch abgeschreckt hätten. Das soll diesmal anders sein.

Gestern richtete Schmidhauser mit seinem Team die Küche ein, und auch das Mobiliar wurde angeliefert. «Nun sind wir bis zum 7. Januar jeden Tag hier und arbeiten», sagt er lachend.


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