Hütehunde zeigen Arbeit in Perfektion

MUOLEN ⋅ Am Wochenende fand in Oberegg die Schweizer Meisterschaft der Hütehunde statt. Ins Finale am Sonntag schafften es die besten 16 von 50 Teams. Den Sieg holte sich der Bündner Johann Beeli.
09. Oktober 2017, 07:09
Daniela Ebinger

Daniela Ebinger

amriswil@thurgauerzeitung.ch

Mit einem erhöhten Schwierigkeitsgrad fand am Sonntag das Finale der Schweizer Meisterschaft der Hütehunde statt. Statt wie bei den Qualifikationsläufen in den vergangenen zwei Tagen mit nur fünf Schafen mussten die Schäfer ihre Hunde zweimal zehn Schafe aus einer Entfernung von rund 500 Metern zusammenführen und durch einen Parcours lotsen. Zudem mussten die Hunde ebenso mit Pfeif- und Wortbefehlen markierte Schafe aus der Herde zu zwei Gruppen trennen. Insgesamt nahmen 50 Teams an allen drei Tagen teil.

Von den 16 Finalteilnehmern holte sich Johann Beeli aus Domat/Ems mit Hund Becco den Titel und verwies OK-Präsident Andreas Schiess auf Platz zwei.

«Ich wünsche mir eine praktische Arbeit mit gutem Teamwork zwischen Schäfer und Hund und bei der man sieht, dass der Hund ein selbstständiges Arbeiten zeigt», sagt Richter Dick Roper aus England den Teilnehmern bei der Parcoursbesichtigung. Es müsse ersichtlich sein, dass der Hund wisse, was er zu tun habe. Fehlerfrei wären dabei 170 Punkte zu erreichen. «Das schafft aber niemand. Es ist eine Arbeit mit verschiedenen Lebewesen, die auch ihr eigenes Verhalten mit sich bringen», sagt OK-Präsident Andreas Schiess. Eine gewisse Portion Glück, dass alles stimme, gehöre auch dazu.

Border Collie zeigen wolfsähnliche Jagdinstinkte

Schiess hält seit 16 Jahren Border Collies, die sich für die Arbeit mit Schafen sehr gut eignen. «Die Hunderasse hat einen angeborenen Instinkt, um eine Herde zusammenzuführen, -halten und zum Führer zu bringen», sagt der fünffache Schweizer Meister und ist überzeugt, dass die Ausbildung der Hütehunde hauptsächlich das Fördern ihrer Veranlagung ist. Es sei eine Art Jagdin­stinkt, ebenso sichtbar beim Wolf. Bereits ein junger Border Collie beherrsche das Beobachten, Fixieren und das Umkreisen seiner Beute und merke dabei, was er mit Körperhaltung und -spannung bewirke. «Der Mensch hat sich dieses Verhalten zunutze gemacht», sagt der Mann aus Gossau, der Hütehunde ausbildet und Kurse anbietet.

Nebst dem sportlichen Teil und der Festwirtschaft bot der Anlass einen kleinen Markt mit Produkten von und für Schafe sowie mit regionalen Spezialitäten.

Zudem umrahmte eine Schafrassenausstellung die Meisterschaft, bei welcher schweizweit zum ersten Mal über 30 Schafrassen auf einem Platz zu bestaunen waren. Darunter zeigten Tierhalter auch seltene Rassen, wie das Ungarische Zackelschaf oder das Jakobsschaf.


Leserkommentare

Anzeige: