Ihre Werke leben weiter

ERLEN ⋅ Seit kurzem steht bei der Einfahrt zum Wohnhaus von Vreni und Thomas Ledergerber die hölzerne Skulptur «Büchermensch». Sie erinnert an das kreative Schaffen der verstorbenen Künstlerin Angelika Ledergerber.
24. Juli 2017, 08:10

Der «Büchermensch» zeigt nur eine der vielen Facetten des Schaffens der Erler Künstlerin Angelika Ledergerber. Sie ist 50-jährig im Februar 2016 verstorben. «Angelika hat plastische Werke geschaffen, viel gemalt und auch Gedichte geschrieben», erzählen ihre Eltern Vreni und Thomas Ledergerber. Einige ihrer Werke bewahren sie in ihrem Haus auf, darunter auch eine kleine Gipsfigur, das Modell für den gut zwei Meter hohen «Büchermenschen».

Kunst, Sprachen und Reisen

Bücher waren ein wichtiger Teil im Leben von Angelika Ledergerber, nicht zufällig hat sie nach der Schule eine Buchhändlerlehre gemacht. Dabei blieb es nicht. Sie bildete sich als Sekundarlehrerin weiter, belegte Sprach- und Kunstkurse und absolvierte einen Teil ihres Studiums im Ausland. Einen grossen Teil ihres Berufslebens verbrachte Angelika Ledergerber in der Bundesstadt, wo sie unter anderem beim Seco, dem Staatssekretariat für Wirtschaft, und im Naturhistorischen Museum Bern tätig war.

Einige Jahre hatte sich Angelika Ledergerber aber auch ganz der Kunst gewidmet. Sie sei gerne gereist, erinnert sich Vreni Ledergerber. Dabei habe die Tochter viele Strapazen auf sich genommen. Japan bereiste Angelika Ledergerber zum Beispiel mit dem Velo. Ihre letzte Reise, die sie trotz ihrer Krebserkrankung angetreten hatte, führte sie mit der Bahn durch Indien.

Baumstamm aus dem Garten

Den «Büchermenschen» hatte Angelika Ledergerber aus dem Stamm einer Föhre des elterlichen Gartens geschnitzt. Die Figur sei bei einem Nachbarn eingelagert gewesen, sagt Thomas Ledergerber. Ihr Sohn Daniel und Heidi Schielly, die beide in Glarus wohnen, hatten geholfen, die schwere Skulptur an der Einfahrt zu Ledergerbers Haus an der Hauptstasse in Erlen aufzustellen. Daniel Ledergerber, der Bildhauer ist, musste den «Büchermenschen» erst mit Metallstäben sichern, bevor er ihn auf einem Betonsockel befestigen konnte.

Das Ehepaar Ledergerber plant, mit den Gedichten und dem Bildmaterial aus dem ­Nachlass seiner Tochter ein Buch ­zusammenzustellen. «Angelika hatte viele Bekannte. Das Buch möchten wir ihnen zusammen mit einigen Skulpturen schenken», sagt Vreni Ledergerber.

 

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch


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