Esel, Hund und Katze wandern aus

HAGENWIL ⋅ Sie wollen nach Bremen, um dort mit Musik ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Was die Tiere auf ihrer Reise erleben, erfährt das Publikum des Kinderstücks bei den Schlossfestspielen.
10. August 2017, 07:36
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Es ist ein Theaterstück für Kinder. Eigentlich. Aber was Florian Rexer und Rahel Roy in der Regie sowie Doris Haudenschild, Jan Opderbeck und Mischa Löwenberg auf der Bühne präsentieren, fasziniert Erwachsene genauso. Wie immer, wenn auf der Bühne im Schlosshof von Hagenwil ein hochkarätiges Erwachsenenstück auf dem Programm steht, gibt es auch eine Märchenaufführung. Und wie immer ist es auch in diesem Jahr die Umsetzung eines Grimm-Märchens: Die Bremer Stadtmusikanten.

Für Jan Opderbeck, Mischa Löwenberg und Doris Haudenschild heisst das, dass sie dieses Jahr in die Rolle von Esel, Hund und Katze schlüpfen müssen. Natürlich sind dazu auch noch einige kleinere Rollen zu bewältigen. So etwa die Rolle der Erzählerin, oder die der beiden Räuber, die ihr Haus zurückerobern möchten, das sie in der Nacht den schrecklichen Monstern überlassen mussten.

Es war eine gute Wahl, die Florian Rexer bei der Zusammenstellung des Ensembles getroffen hat. Die feingliedrige und ätherische Doris Haudenschild gibt eine wunderbare Katze ab, Mischa Löwenberg verkörpert den Hund genau so überzeugend. Und die Figur des Esels scheint Jan Opbderbeck auf den Leib geschneidert. Bleibt also noch der Hahn, der ja das Quartett erst komplett macht. Für ein Ensemble aus drei Leuten eine Herausforderung, tritt doch dieser Hahn zeitgleich mit den drei anderen Figuren auf. Gelöst hat die Regie das Problem mit einer Puppe, die wunderbar ins Geschehen eingebunden ist. Die witzigen Dialoge auch mit dem Hahn bereichern die Geschichte.

Die Kinder wollen nicht weiterziehen

Seit ein paar Tagen wird auf der Schlossbühne am Stück noch etwas gefeilt und die Endfassung einstudiert. Für eine Gruppe von Kindern aus Muolen, die zusammen mit Gemeindepräsident Bernhard Keller auf Ferienpass-Ausflug sind, eine schöne Überraschung. Sie dürfen für einen Moment die Proben mitverfolgen und tauchen so unvermittelt tief in die Geschichte ein, dass es ihnen schwer fällt, sich wieder loszureissen und weiterzuziehen.

«Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass plötzlich Kinder vor der Bühne sassen», sagt Jan Opderbeck mit einem Lachen. Er war zum Zeitpunkt des Einzugs der Kinder gerade hinter der Bühne. Die Reaktion der kleinen Gäste hat jedoch gezeigt, dass sich das Ganze auf einem guten Weg befindet.


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