Ein Freudentag

SULGEN ⋅ Die Kugel und der Wetterhahn sind zurück auf der Turmspitze der evangelischen Kirche. Einwohner verfolgten am Mittwochvormittag im Oberdorf die Montagearbeiten in luftiger Höhe.
28. Juli 2017, 06:56
Hannelore Bruderer

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Der mobile Kran fährt die Hebebühne Meter für Meter dem Kirchturm entlang in die Höhe, dann wird sie zur Turmspitze hin- übergedreht. Zwei der drei Männer an Bord heben die Turmkugel über das Geländer der Hebebühne und befestigen sie am Turm. Das Anbringen des Wetterhahns dauert etwas länger. Mehrmals setzen die Arbeiter an, holen den Hahn dann aber wieder auf die Hebebühne zurück.

Die Zuschauer spekulieren. Ob wohl etwas mit der Befestigungsvorrichtung nicht stimmt? Was man von unten nicht sieht: Der Wind, in Bodennähe nur mässig, lässt die Hebebühne auf der Höhe der Turmspitze ziemlich schaukeln. Deshalb braucht es mehrere Anläufe, bis auch der Hahn wieder richtig hält und sich nach dem Wind dreht.

Zeitgenössische Quellen für die Nachwelt

«Bei der Aussenrenovation der Kirche im Jahr 2003 ist das Anbringen der Kugel und des Wetterhahns weniger spektakulär verlaufen, da der Turm damals eingerüstet war», erklärt Walter Berger, der Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf. Grund für den erneuten Montagevorgang nach nur 14 Jahren war die Beschädigung des Turmschmucks durch einen Blitzschlag im April dieses Jahres. Da die beiden Hälften der Turmkugel verschoben waren und so Regenwasser eindringen konnte, waren eine Demontage und eine Reparatur unumgänglich.

In der Kugel werden Dokumente aus dem Gemeindeleben aufbewahrt. Die Verantwortlichen nutzten die Gelegenheit und fügten aktuelle Informationen bei, bevor die Turmkugel an ihren Platz zurückgebracht wurde. «Da es die Segnung von Gegenständen in der evangelischen Kirche nicht gibt, musste ich etwas nach passenden Worten suchen, die zum Ausdruck bringen sollen, dass die Rückkehr der Turmkugel und des Wetterhahns für das Leben in unserer Kirche und mit ihr für das ganze Dorf ein Segen ist», sagte Pfarrer Frank Sachweh, bevor er ein kurzes Gebet sprach. Danach wurden die neu vergoldeten Gegenstände den Arbeitern übergeben.

Gewitter richtete grossen Schaden an

Die Kugel und der Hahn sind nicht die einzigen vom April-Gewitter in Mitleidenschaft gezo- genen Objekte. Mehrere Defekte beklagte die Kirchgemeinde auch bei den elektronischen Steuerungen für Uhrwerk, Geläut, Heizung, Lüftung und Licht. «Der Gesamtschaden im Betrag von rund 35000 Franken ist jedoch durch die Versicherung gedeckt», erläutert der Kirchenpräsident.


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