Die Äpfel mit dem Lächeln

SULGEN ⋅ Es soll ein Dankeschön werden für die Kundinnen und Kunden. In der Obstplantage von Werner und Sibylle Stadler wurde für den Rösslibeck 4500-mal geklebt.
27. Juli 2017, 07:13
Rita Kohn

Die Aktion war ein voller Erfolg. Noch heute, zwei Jahre später, schmunzelt Edgar Ehrbar, wenn er an die Szenen denkt, als seiner Kundschaft ein Apfel überreicht wurde. «Es zauberte ein Lächeln ins Gesicht der Leute», sagt er. Denn es waren nicht einfach nur rotbackige Äpfel, die da verteilt wurden, sie alle trugen einen Smiley.» Diesen Herbst soll die Aktion wiederholt werden.

4500 Gala-Äpfel im Obst­garten von Sibylle und Werner Stadler sind deshalb jüngst mit einem Kleber versehen worden. Wenn sie in den nächsten Wochen von der Sonne ihre rote Farbe bekommen, bleibt die beklebte Stelle hell. Bei der Ernte müssen die Smiley-Kleber dann allerdings wieder vom Apfel abgezogen werden. Edgar Ehrbar ist sich bewusst, dass das eine grosse Arbeit ist. Dennoch ist der Rössli-Beck aus Sulgen überzeugt, dass das Kleben die bessere Variante ist, um den gewünschten Smiley auf den Apfel zu zaubern. «Man könnte auch die reifen Früchte lasern lassen», sagt er. Für ihn sei das aber wesentlich weniger ­natürlich als das Abdecken durch einen Kleber.

Wichtig war für den Sulger Unternehmer, dass die Äpfel in der Region wachsen. So könne er sie in den Läden an den vier Standorten Sulgen, Amriswil, ­Romanshorn und Muolen mit ­gutem Gewissen verteilen. «Sehr gut kam bei den Beschenkten an, dass sie etwas bekommen haben, das wir sonst im Laden nicht führen», sagt Edgar Ehrbar. «Es hätte ja im Prinzip auch ein Weggli mit Smiley-Gesicht sein können»

Dass er seine Aktion ausgerechnet in einem Jahr lanciert, das für die Obstbauern schwierig ist, wusste Edgar Ehrbar im Vorfeld nicht. Nach dem Besuch der Obstbäume, an denen die Smiley-Äpfel reifen, ist er tief beeindruckt von dem Ausmass der Folgen, die von den Wetterkapriolen 2017 verursacht wurden.

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch


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